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"Pimmelgate" beschäftigt weiter Hamburger Polizei

Vor Senatoren-Wohnhaus  

Polizei rückt aus und entfernt "Pimmelgate"-Aufkleber

16.10.2021, 01:00 Uhr | dpa

"Pimmelgate" beschäftigt weiter Hamburger Polizei. Innensenator Andy Grote

Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD) im Gespräch. Foto: Jonas Walzberg/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

In der Affäre um angeblich strafrechtlich relevante Äußerungen gegenüber dem Hamburger Innensenator gibt es eine weitere Entwicklung. Die Polizei rückte aus, um Aufkleber zum "Pimmelgate" zu entfernen.

Die als "Pimmelgate" bekanntgewordene Kontroverse um die strafrechtliche Verfolgung von beleidigenden Äußerungen gegen Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD) beschäftigt weiter die Polizei. Am Freitag seien im Umfeld der Wohnung des Senators auf St. Pauli erneut 17 gelbe Aufkleber mit der Aufschrift "Andy, Du bist so 1 Pimmel" entdeckt und von Beamten entfernt worden, sagte ein Polizeisprecher der Deutsche Presse-Agentur.

Der Einsatz sei zum einen im Sinne der Gefahrenabwehr erfolgt, da der Verdacht auf Beleidigung bestehe, und zum anderen zur Beweissicherung. Schon zu Monatsbeginn waren rund 20 solche Aufkleber in der Umgebung der Wohnung des Senators von der Polizei entfernt worden. Der polizeiliche Staatsschutz ermittele in der Sache gegen unbekannt, hieß es.

Ein Tweet mit demselben Wortlaut wie auf den Aufklebern hatte im September auf Anordnung der Staatsanwaltschaft zu einer Hausdurchsuchung geführt. Grote hatte den Urheber des Ausspruchs zuvor wegen Beleidigung angezeigt. Die Strafverfolgung hatte im Netz unter dem Hashtag "Pimmelgate" für Aufregung gesorgt und war vielfach als unverhältnismäßig kritisiert worden.

Tweet löste den Skandal aus

Entzündet hatte sich die Auseinandersetzung an einem Tweet des Innensenators, in dem dieser Menschen, die trotz Corona im Schanzenviertel feierten, als "ignorant" bezeichnet hatte. Zu Beginn der Pandemie hatte Grote selbst mit einem Umtrunk aus Anlass seiner erneuten Berufung zum Innensenator gegen geltende Corona-Regeln verstoßen.

Der Innenexperte der CDU in der Hamburgischen Bürgerschaft, Dennis Gladiator, vermutet bei den aktuellen Ermittlungen eine Vorzugsbehandlung des Senators. "Es ist mittlerweile absurd, womit der Innensenator auffällt, satt durch gute Arbeit zu glänzen." Er könne sich an ähnliche Vorgänge nicht erinnern, sagte er der dpa. In einer am Freitag beim rot-grünen Senat eingereichten Schriftlichen Kleinen Anfrage will Gladiator deshalb wissen, "wie viele Aufkleber oder andere Symbole" Polizei oder Staatsanwaltschaft in den vergangenen vier Jahren in der Stadt entfernt haben oder entfernt haben lassen. Außerdem fragt er nach der Zahl vergleichbarer Ermittlungsverfahren und deren Ausgang.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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