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Hamburgs Kliniken sollen OPs absagen: Maßnahmen erwartet

Hamburg  

Hamburgs Kliniken sollen OPs absagen: Maßnahmen erwartet

29.11.2021, 12:31 Uhr | dpa

Hamburg muss sich auf schärfere Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie einstellen. Am Dienstag werde der rot-grüne Senat über weitere Schritte beraten, sagte Bürgermeister Peter Tschentscher am Montag beim Besuch des Technologiezentrums Energie-Campus in Bergedorf. Die Infektionsdynamik müsse gebremst und vor allem Ungeimpfte vor Ansteckung geschützt werden. "Deshalb gehe ich davon aus, dass wir morgen die Lage erörtern und weitere Maßnahmen beschließen. Und ich erwarte auch, dass wir in ganz Deutschland solche weiteren Schritte gehen", sagte der SPD-Politiker. Konkrete mögliche Maßnahmen nannte er nicht.

Seit Montag gilt das 2G-Modell mit Zugang nur für Geimpfte und Genesene in Hamburg flächendeckend. Zudem wies die Sozialbehörde die Krankenhäuser wegen steigender Corona-Patienten-Zahlen an, planbare Operationen abzusagen. Um auch weiter freie Kapazitäten auf den Intensivstationen zu sichern, sei dies nötig, sagte Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD). Mit der Absage sogenannter elektiver Eingriffe solle sichergestellt werden, dass in Hamburg auch weiter jederzeit Notfälle intensivmedizinisch behandelt werden können.

Wie Leonhard nannte auch Tschentscher die Entscheidung "bitter", zumal nun in Hamburg, wo frühzeitig auf ein 2G-Konzept gesetzt wurde und die Impfquote hoch sei, nun Krankenhauskapazitäten mit Patienten aus Bayern und Sachsen belegt würden, wo dies nicht so sei. "Aber dennoch können wir ja nicht die Augen verschließen und müssen helfen", sagte Tschentscher. Er hoffe sehr, "dass das Pflegepersonal, dass die Intensivstationen trotz dieser großen Belastung verstehen, dass wir Patienten aus Bayern aufnehmen müssen." Dies werde wahrscheinlich auch noch in den nächsten Wochen nötig sein.

Für betroffenen Patienten bedeute eine OP-Absage "mitunter eine Verschlechterung der eigenen gesundheitlichen Lage", sagte Leonhard. Gegenwärtig seien die Krankenhäuser bereits sehr ausgelastet, wenn auch noch nicht überlastet. Hamburgerinnen und Hamburger, die einen akuten Behandlungsbedarf haben, könnten jederzeit behandelt werden. Dieser Zustand müsse aufrechterhalten werden.

Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Hospitalisierungsrate - also die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner und Woche - für Hamburg am Montag mit 1,62 an - die niedrigste in Deutschland. Am Freitag hatte der Wert 2,27 betragen. Bundesweit wurden laut RKI binnen sieben Tagen 5,52 Corona-Patienten je 100.000 Einwohner in eine Klinik aufgenommen.

Auf den Intensivstationen der Hamburger Krankenhäuser wurden am Montagvormittag laut dem Register der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) 65 Covid-19-Patienten behandelt, von denen 46 invasiv beatmet werden mussten. Die Gesamtzahl der Covid-19-Patienten in den Kliniken der Hansestadt hatte die Gesundheitsbehörde zuletzt am Freitag mit 196 angegeben, die der Intensivpatienten mit 50.

Die Zahl der erfassten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche sank laut Behörde auf 233,7. Am Sonntag hatte der Wert 246,5 betragen. 269 Neuinfektionen kamen am Montag hinzu. Das sind 288 weniger als am Sonntag und 245 weniger als vor einer Woche. Die Zahl der Menschen, die seit Beginn der Pandemie im Zusammenhang mit dem Virus in Hamburg gestorben sind, gab das RKI unverändert mit 1888 an.

Seit Montag gilt in Hamburg flächendeckend die 2G-Regel. Um Mitternacht trat eine entsprechende Verordnung in Kraft. Damit können Erwachsene ohne vollständige Impfung oder Genesung nicht mehr ins Theater oder Kino gehen, ein Museum besuchen, in einem Hotel übernachten oder eine Hafenrundfahrt machen. Der Tierpark Hagenbeck kann ebenfalls nur so besucht werden. Unter die neue Verordnung fallen auch Volksfeste, Bildungsangebote, die der Freizeitgestaltung zugeordnet werden, sowie Spielhallen und Wettbüros. Ausnahmen gibt es weiter für Kinder und Jugendliche. Knapp drei Viertel der Hamburger sind vollständig geimpft.

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