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Punk-Ikone und Sinnsucherin: Schau über Nina Hagen

Hannover  

Punk-Ikone und Sinnsucherin: Schau über Nina Hagen

03.10.2019, 03:35 Uhr | dpa

Punk-Ikone und Sinnsucherin: Schau über Nina Hagen. Sammler Arne Buhrdorf

Sammler Arne Buhrdorf steht neben zwei "Nina-Hagen-Pappaufstellern" und Platten für seine Ausstellung. Foto: Julian Stratenschulte/dpa (Quelle: dpa)

DDR-Girlie, Punk-Ikone und Kämpferin für Gerechtigkeit: Das bewegte Leben der Sängerin Nina Hagen zeichnet eine Ausstellung im Theatermuseum Hannover nach. Zu sehen sind rund 460 Objekte aus der Sammlung von Arne Buhrdorf, der sich als Elfjähriger in die Stimme der Punk-Queen verliebte. "Es war diese opernhafte Art zu singen. So etwas hatte ich vorher noch nie gehört", erzählt der 52-Jährige. Seither hat er beinahe jeden Schritt der exzentrischen Künstlerin und Streiterin für Menschlichkeit verfolgt. Über 3000 Objekte umfasst seine Sammlung: von Platten über Plakate und Titelseiten bis hin zu Fan-Artikeln wie Schals, Kissen oder ein Nina-Hagen-Kartenspiel.

Die bis zum 12. Januar laufende Schau ist in zwölf Kapitel gegliedert und erzählt, unterstützt von Ton- und Videoaufnahmen, den Werdegang vom kessen DDR-Jugendstar bis zur Interpretin von Gospel-Songs und Liedern von Bertolt Brecht. Mit Schlagern wie "Du hast den Farbfilm vergessen" war sie Idol der DDR-Jugend, 1976 folgte sie mit ihrer Mutter ihrem vom Politbüro ausgewiesenen Ziehvater Wolf Biermann in die Bundesrepublik. Noch in der DDR sei sie wegen Biermanns Kritik an der DDR-Führung in Ungnade gefallen, erzählt Buhrdorf: "Sie ist damals mit ihrer Mutter durch kleine Theater getingelt und hat ihre eigene Art zu singen entwickelt."

Die Mutter Eva-Maria Hagen (84) war eine bekannte Schauspielerin in der DDR, auch Tochter Cosma Shiva Hagen (38) dreht seit langem Filme und steht auf der Bühne. Nina Hagen selbst bewarb sich in der DDR für die Schauspielschule, wurde aber wohl aus politischen Gründen abgelehnt. Später drehte sie regelmäßig Filme und spielte etwa in Otto Waalkes' Märchenparodie "7 Zwerge" die böse Stiefmutter von Schneewittchen. "Die Familiengeschichte haben wir bewusst außen vor gelassen", sagt Museumschef Carsten Niemann, der immer wieder Ausstellungen über berühmte Musik- oder Filmstars präsentiert. Zuletzt hatte das Theatermuseum das Leben des österreichischen Weltstars Falco (1957-1998) beleuchtet.

Nina Hagen lebte nach ihrer Übersiedlung in den Westen nicht nur in Berlin, sondern auch in London, den USA oder den Niederlanden. Plattencover aus Brasilien oder ein Tourheft aus Japan zeugen davon, dass sie weltweit Erfolg hatte und zahlreiche Musiker beeinflusste. So schwärmte Anthony Kiedis, Sänger der Red Hot Chili Peppers, noch Jahrzehnte später von Nina Hagens Sex-Appeal, ihrer Großzügigkeit und ihrem Charisma. "Nina Hagen - Godmother of Punk" heißt ein Arte-Film aus dem Jahr 2011, der in Hannover zu sehen ist.

Modestrecken und Titelseiten etwa der "Vogue" zeigen, dass die Berlinerin auch Stil-Ikone war. "Sie trug das Spitzen-Bustier von Jean Paul Gaultier früher als Madonna", sagt der Sammler, der in Ritterhude bei Bremen aufwuchs und heute in Berlin ein Optikergeschäft hat. Außerdem sei sie das älteste Cover-Girl der "Bravo". Nina Hagen zierte unter anderem 1980 und 2006 das Titelblatt der Teenie-Zeitschrift.

Buhrdorf fasziniert besonders das gesellschaftliche Engagement der sensiblen Künstlerin, die sich schon für den Tierschutz engagierte, als die meisten noch über Vegetarier wie sie lächelten. Zudem kämpft sie gegen Atomkraft und unterstützt beispielsweise Menschen mit Psychiatrie-Erfahrung. "Ihr geht es um die Religion der Menschlichkeit", betont der Fan. "Darin lässt sie nicht nach."

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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