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Experten raten zur Vorsicht beim Pilzesammeln

Hannover  

Experten raten zur Vorsicht beim Pilzesammeln

15.10.2019, 09:20 Uhr | dpa

Experten raten zur Vorsicht beim Pilzesammeln. Junge Maronen-Röhrlinge liegen neben einem Pilzmesser

Junge Maronen-Röhrlinge (Imleria badia) liegen neben einem Pilzmesser im feuchten Moos. Foto: Ole Spata/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Nach den Regentagen der vergangenen Wochen können Pilzsammler in Niedersachsen und Bremen auf volle Körbe hoffen. "Hallimasch gibt es derzeit jede Menge", sagte der Pilzsachverständige Lukas Larbig aus Hannover. Auch die Stockschwämmchen sprießen demnach reichlich auf Wiesen und in Wäldern. Einige beliebte Speisepilzarten - darunter Pfifferlinge und Steinpilze - gebe es in diesem Herbst dagegen kaum. "Das hängt mit der Trockenheit der vergangenen zwei Jahre zusammen", erläuterte Larbig. "Die Wälder leiden und ihre Fotosynthesefähigkeit auch." Die Bäume produzierten so weniger Zucker, den Pilzen fehle die Nahrungsgrundlage.

Nach dem Eindruck der Niedersächsischen Landesforsten (NLF) gibt es im Vergleich zu den sehr trockenen Vorjahren wieder mehr Pilze. Der Regen der vergangenen Wochen habe das Pilzwachstum sichtbar gefördert, sagte NLF-Sprecher Mathias Aßmann.

Die Werte der radioaktiven Belastung bei Pilzen im Land liegen nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums deutlich unterhalb der gesetzlichen Höchstwerte. Sie nähmen stetig ab.

Der Pilzsachverständige Larbig warnt aber vor anderen Gefahren und rät Sammlern derzeit, auf wilde Champignons zu verzichten. Essbare Arten, wie etwa der Wiesenchampignon, würden wegen der mit Nitrat belasteten Böden immer seltener, giftige Arten immer häufiger. Darüber hinaus seien einige essbare Champignonarten mit Schwermetallen belastet.

"Durch veränderte klimatische Bedingungen sind auch weitere giftige Champignonarten nach Norden zu uns eingewandert, die der Speisepilzsammler mit genießbaren Champignons verwechseln kann und die auch für Experten häufig nur mit dem Mikroskop bestimmbar sind", warnt der Experte.

Die hiesigen Landesforsten raten generell zur Zurückhaltung beim Sammeln: Die Menge an Pilzen, mit denen Sammler den Wald wieder verlassen, sollte ein vernünftiges Maß haben.

Das Giftinformationszentrum-Nord (GIZ) der Universitätsmedizin in Göttingen meldet für Niedersachsen, Bremen, Schleswig-Holstein und Hamburg in diesem Jahr bislang gut 483 zu Anfragen zu Pilzen. 2018 waren es etwa 340. "Wir warnen dringend davor, Pilze zu essen, die man einfach nicht kennt", sagte GIZ-Leiter Andreas Schaper. Der Experte rät zudem davon ab, sich auf Apps zu verlassen. Bislang habe es aber noch keine Todesfälle gegeben, so der Mediziner. Gefährdet seien vor allem Kinder.

Nach Einschätzung des Sachverständigen Larbig nimmt das Interesse der Menschen im Land an Naturthemen zu: "Ich habe den Eindruck, dass gerade auch jüngere Leute wieder häufiger Speisepilze sammeln gehen."

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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