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Chef des Landeselternrats legt Amt wegen Hate Speech nieder

Hannover  

Chef des Landeselternrats legt Amt wegen Hate Speech nieder

07.11.2019, 10:46 Uhr | dpa

Chef des Landeselternrats legt Amt wegen Hate Speech nieder. Der Hashtag "#Hass"

Der Hashtag "#Hass" ist auf einem Bildschirm zu sehen. Foto: Lukas Schulze/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Wegen der zunehmenden Anfeindungen und Hassbotschaften im Internet hat der Chef des Landeselternrats, Mike Finke, sein Amt niedergelegt. Bei Verleumdungen, Hass und Hetze sei inzwischen "ein hinnehmbares Maß" überschritten, erklärte er im Elternrats-Newsletter "Dialog". "Auch der Landeselternrat ist von dieser Veränderung in der Gesellschaft nicht verschont geblieben", schrieb Finke. Er habe die Arbeit in der Organisation gern gemacht - "aber bekanntlich hat alles Grenzen". Mit Blick auf Online-Beschimpfungen meinte er: "Letzteres bin ich nicht mehr bereit hinzunehmen." Zuvor hatte der "Rundblick" über das Thema berichtet.

Finke (42) war rund zwei Jahre lang Vorsitzender der niedersächsischen Elternorganisation. Hassbotschaften im Netz seien "Gift für unsere Gesellschaft", erklärte er zu seinem Abschied. "Gesellschaft hat sich auch ohne soziale Medien sicher schon in der Weise geäußert, dass Menschen verunglimpft wurden, dies aber nicht in der Form von Öffentlichkeit. Unter Nutzung von sozialen Medien aber hat diese Unart viel weitreichendere Folgen."

Im August hatte Finke angesichts des Lehrkräftemangels an die Pädagogen appelliert, ihren Beruf positiver zu sehen - dies hatte auch Kontroversen ausgelöst. "Das ist auch selbst gemachtes Leid: Das ständige Klagen über zu viel Arbeit für zu wenig Geld schreckt Abiturienten ab, sich für den Beruf zu entscheiden", sagte er der dpa. Im Vergleich zu anderen Landesbediensteten wie etwa Polizisten, die bei Einsätzen Gefahren auf sich nähmen, seien Lehrer gut gestellt. Er forderte eine Imagekampagne für den Beruf.

Kultusminister Grant Hendrik Tonne bedauerte die Entscheidung Finkes. Dieser habe sich "stets für die Belange der Erziehungsberechtigten eingesetzt und den Eltern eine Stimme in schulpolitischen Fragen" gegeben, erklärte der SPD-Politiker. "Für mich persönlich und für mein Haus war er immer ein verlässlicher Ansprechpartner. Sein Rücktritt ist persönlich und fachlich ein Verlust."

Tonne warnte ebenfalls vor den Folgen von Hate Speech. "Insbesondere die Hemmungslosigkeit verbaler Attacken über das Internet ist ein Schaden für die Demokratie und für das Zusammenleben", ergänzte er. "Wir müssen aufpassen, dass wir hier als Gesellschaft eine Umkehr schaffen - sonst werden sich immer weniger Menschen ehrenamtlich engagieren, und auch für die Übernahme hauptamtlicher Verantwortung wird die Bereitschaft schwinden."

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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