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Krätze-Erkrankungen nehmen in Niedersachsen wohl zu

Hannover  

Krätze-Erkrankungen nehmen in Niedersachsen wohl zu

27.01.2020, 06:07 Uhr | dpa

Krätze-Erkrankungen nehmen in Niedersachsen wohl zu. Narben einer Krätzeerkrankung

Narben im Hüftbereich eines Mannes erinnern an eine Überstandene Skabies (Krätze) Erkrankung. Foto: Henning Kaiser/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Juckende Haut, rötliche Pusteln: Die ansteckende Krankheit Krätze (Skabies) kann sehr unangenehm sein. Nach Einschätzung des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes nimmt die durch Skabiesmilben verursachte Hautkrankheit vermutlich zu. Konkrete Zahlen für ganz Niedersachsen liegen aber nicht vor, da keine allgemeine Meldepflicht gemäß dem Infektionsschutzgesetz besteht. Wenn Krätze in Kitas oder Schulen auftritt, muss die Leitung allerdings das örtliche Gesundheitsamt benachrichtigen. Seit Juli 2017 gilt die auch für Pflegeheime, Justizvollzugsanstalten, Obdachlosen-Einrichtungen und andere Massenunterkünfte.

In der Region Hannover hat sich die Anzahl der Krätze-Meldungen seit 2017 mehr als verdoppelt. 2017 wurden 218 Fälle aus Gemeinschaftseinrichtungen bekannt, 2018 waren es 370 und im vergangenen Jahr 514. 2019 entfielen davon 77 Prozent auf Kitas und Schulen. Wie eine Behördensprecherin sagte, nehmen die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes grundsätzlich Kontakt zu den betroffenen Einrichtungen auf, um sie zu beraten. Eine Arztmeldepflicht für die Allgemeinbevölkerung gibt es nicht.

Anzeichen für Krätze sind laut Robert-Koch-Institut ein Brennen der Haut und Juckreiz - besonders nachts. Es bilden sich stecknadelgroße Bläschen, gerötete Knötchen oder Pusteln als Reaktion auf Eier und Kot der Milben. Zwei bis fünf Wochen dauert es von der Infektion bis zu den ersten Symptomen. Für eine Ansteckung muss mindestens zehn Minuten Hautkontakt mit dem Erkrankten bestehen - Händeschütteln allein reicht nicht. Mit mangelnder Hygiene hat die Krankheit aus Expertensicht nichts zu tun. Um Skabies schnell wieder los zu werden, ist eine Behandlung mit Salben und gegebenenfalls auch mit Tabletten notwendig. Die Parasiten selbst sind nicht gefährlich, allerdings können infolge des Kratzens Keime in den Körper dringen.

Nach einem starken Anstieg sind die gemeldeten Fälle in der Stadt und im Landkreis Osnabrück im vergangenen Jahr zurückgegangen. Wie ein Landkreissprecher sagte, waren es 2017 insgesamt 125 Meldungen und 2018 schon 424 Fälle. Im vergangenen Jahr wurden 391 Fälle übermittelt. Am häufigsten waren dem Sprecher zufolge Kinderbetreuungs- und Altenpflegeeinrichtungen betroffen - wegen der intensiveren Körperkontakte. Die Mitbehandlung von engen Kontaktpersonen sei von großer Bedeutung.

Bereits Ende der 1980er Jahre habe es einmal ein gehäuftes Auftreten von Krätzefällen gegeben, sagte der Sprecher. "Aus der Literatur ist bekannt, dass Skabies in Wellenbewegungen auftritt." Möglicherweise führe auch die Sensibilisierung für das Thema dazu, dass die Krankheit häufiger erkannt werde. In Weimar (Thüringen) wurde kürzlich eine Kita für mehrere Tage geschlossen, nachdem sieben Krätzefälle sich bestätigt hatten.

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