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C-Waffen-Reste in Heide: Finanzierungsvereinbarung mit Land

Munster  

C-Waffen-Reste in Heide: Finanzierungsvereinbarung mit Land

12.03.2020, 13:39 Uhr | dpa

C-Waffen-Reste in Heide: Finanzierungsvereinbarung mit Land. "Betreten verboten" steht auf einem Schild

"Betreten verboten" steht auf einem Schild vor dem verseuchten Dethlinger Teich. Foto: Philipp Schulze/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Für die vorbereitenden Arbeiten zur Sanierung des mit chemischen Kampfmitteln und Kampfstoffen verseuchten Dethlinger Teiches im Heidekreis hat das Land 6,6 Millionen Euro zugesagt. Am Donnerstag wurde an dem zugeschütteten Teich unweit von Munster eine entsprechende Finanzierungsvereinbarung mit dem Landkreis unterzeichnet, wie eine Sprecherin mitteilte.

Es könnte eine der bundesweit größten Altlasten chemischer Kampfstoffe sein, hieß es von den Verantwortlichen des Heidekreises im September beim Beginn der Grabungsarbeiten. Nach 1945 waren in dem Teich Wehrmachtsmunition und andere Funde versenkt worden, anschließend wurde er zugeschüttet. Was genau dort liegt, ist nicht bekannt. Der Landkreis rechnete im Dezember mit weit mehr als 10 000 Granaten. Allein bis zu 300 entschärfte Phosgenbomben sollen in den Teich entleert worden sein. Über die Jahre traten Kampfstoffe aus. Nachgewiesen wurden auch Abbauprodukte von Lost, also Senfgas.

"Wir können nicht einfach einen Deckel draufmachen und hoffen, dass nichts Schlimmes passiert", sagte Umweltminister Olaf Lies (SPD) Anfang Dezember. Da hatte er dem zuständigen Ausschuss des Landtags in Hannover eine Machbarkeitsstudie zur Gesamtsanierung vorgestellt. Die Kosten für die Entsorgung der Kampfmittel und des verseuchten Bodens werden darin auf mindestens 50 Millionen Euro geschätzt. Die Arbeiten würden mindestens drei Jahre dauern, hieß es.

"Bislang wurden im Rahmen der Erkundungsarbeiten 2552 Granaten aus dem Boden geholt", sagte Sandra Michaelis, Sprecherin des Heidekreises. Die Granaten wurden bereits zur Entsorgungsunternehmen Geka wenige Kilometer entfernt gebracht, wo sie in den kommenden Monaten in Spezialanlagen vernichtet werden sollen. Der bundeseigene Betrieb ist das einzige deutsche Unternehmen mit der Berechtigung zur systematischen Vernichtung von Chemiewaffen.

Neben den beiden bereits gebohrten Schächten entsteht am Dethlinger Teich derzeit ein dritter. Hintergrund ist das ständig nachsickernde Grundwasser, das die Grabungsarbeiten erschwert. Die Räumarbeiten in den ersten beiden Schächten wurden deshalb beendet. Bis Ostern soll laut Sprecherin zudem zusätzlich eine auffällige Fläche am Rand des Dethlinger Teiches untersucht werden.

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