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Weiter Entspannung am Jobmarkt

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Weiter Entspannung am Jobmarkt

29.10.2020, 10:18 Uhr | dpa

Weiter Entspannung am Jobmarkt. Johannes Pfeiffer, Leiter der Arbeitsagentur Niedersachsen

Der operative Geschäftsführer in der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in der Region Niedersachsen-Bremen. Foto: Nancy Heusel/Agentur für Arbeit/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Die Arbeitslosigkeit im Nordwesten ist im Oktober weiter zurückgegangen. Wegen des im November bevorstehenden Teil-Lockdowns und der beschleunigten Corona-Neuinfektionen könnten jedoch bald wieder deutlich mehr Menschen auf Stellensuche sein.

Nach Angaben der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit (BA) vom Donnerstag waren in Niedersachsen im abgelaufenen Monat etwas mehr als 255 000 Menschen ohne Job registriert. Das waren noch einmal drei Prozent weniger als im September, als es ebenfalls schon einen rückläufigen Trend gegeben hatte. Die Quote sank um 0,2 Punkte auf 5,8 Prozent. Im Bundesland Bremen nahm die Zahl der Arbeitslosen um 1,5 Prozent auf knapp 42 700 ab, bei einer Quote von 11,6 Prozent.

Die Daten sind diesmal aber noch stärker als sonst eine Momentaufnahme. Ein Großteil der Entspannung dürfte auf den üblichen Saisoneffekt nach dem Ende der Sommermonate zurückzuführen sein, wenn junge Leute ihre Arbeit oder Ausbildung antreten und Firmen nach dem Ende der Ferien Neueinstellungen vornehmen. Außerdem wird mit Blick auf das vergangene Jahr klar, wie sehr die Pandemie das Wirtschaftsleben im Griff behält: Zuletzt waren in Niedersachsen über ein Fünftel (21,5 Prozent) mehr Menschen ohne Job als im Oktober 2019, in Bremen lag der Wert um 18,5 Prozent über Vorjahresniveau. Auch bei den Langzeitarbeitslosen gibt es deutliche Zuwächse.

"Die weitere Entwicklung wird von dem Pandemiegeschehen abhängen und den möglichen Konsequenzen für einzelne Branchen", erklärte BA-Regionalchef Johannes Pfeiffer. Er bezog sich damit auch auf die Ankündigung von Bund und Ländern, ab der kommenden Woche bis Ende November etwa die Gastronomie zu schließen. Gastgewerbe und Tourismus sind bereits besonders stark von den Folgen der Virus-Krise betroffen.

Viele Betriebe fürchten nun erneut um ihre Existenz. Die Oktober-Statistik der BA bildet bisher auch nicht die möglichen Auswirkungen der rasant gewachsenen Ansteckungen von Mitte Oktober an ab. Der Daten-Stichtag liegt jeweils etwa in der Mitte des Monats.

Kurzarbeit zeigten seit dem Anfang der Pandemie in Niedersachsen bislang mehr als 83 000 Unternehmen für knapp 1,2 Millionen Beschäftigte an. Konkret in Anspruch genommen wurde die Hilfe auf dem Höhepunkt der ersten Corona-Welle im April für über eine halbe Million Arbeitnehmer. Die Nutzung flaute zuletzt deutlich ab. Die Bundesregierung verlängerte das Instrument vorsichtshalber aber bis maximal Ende 2021, weil weitere wirtschaftliche Verwerfungen nicht ausgeschlossen werden können. In Bremen meldeten seit dem Frühjahr knapp 7400 Firmen für bis zu 156 000 Menschen Kurzarbeit an.

Ein Lichtblick ist nach Einschätzung der Bundesagentur, dass wieder mehr junge Leute eine Stelle bekommen. So betrug der Rückgang bei den arbeitslos Gemeldeten unter 25 Jahren in Niedersachsen von September auf Oktober 12,5 Prozent. "Viele von ihnen konnten eine Ausbildung oder ein Studium beginnen", berichtete die BA. Im Vergleich mit dem Vorjahr fiel die Zunahme der Arbeitslosigkeit mit 27,7 Prozent in dieser Altersgruppe aber stärker aus als bei den über 25-Jährigen. Für Bremen lagen die Werte bei -5,8 beziehungsweise +31,1 Prozent.

Speziell der Ausbildungsmarkt bleibe daher weiter angespannt, hieß es - hier habe die Corona-Krise merkliche "Spuren hinterlassen". Die niedersächsischen Betriebe meldeten zum Start des Ausbildungsjahres 5,8 Prozent weniger freie Lehrstellen, in Bremen sank das Angebot an Azubi-Positionen sogar um 10,5 Prozent. Besonders Firmen aus Hotellerie, Gastronomie und Handel hielten sich mit Einstellungen zurück. Pfeiffer ermutigte Schulabsolventen, sich weiter zu bewerben: "Die Agenturen für Arbeit und die Berufsschulen arbeiten gemeinsam daran, Schülerinnen und Schülern, die noch in diesem Jahr eine Ausbildung aufnehmen möchten, den Weg in die Betriebe zu ebnen."

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