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Flughafen Hannover und Messe AG könnten Hilfen bekommen

Langenhagen  

Flughafen Hannover und Messe AG könnten Hilfen bekommen

05.11.2020, 06:42 Uhr | dpa

Flughafen Hannover und Messe AG könnten Hilfen bekommen. Flughafen Hannover

Der Flughafen Hannover mit seiner Start- und Landebahn in Blickrichtung Westen. Foto: Stefan Rampfel/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Der schwer vom Corona-Einbruch getroffene Flughafen Hannover und die Deutsche Messe AG haben Aussicht auf Hilfen des Landes Niedersachsen. Noch könne man keine Details etwa zu möglichen Bürgschaften nennen, hieß es aus dem Finanzministerium. Grundsätzlich gelte aber mit Blick auf die sehr angespannte Lage: "Das Land steht zu seinen Beteiligungen." Niedersachsen gehört mit der Stadt Hannover zu den wichtigsten Trägern des Airports.

Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) machte auch der Messegesellschaft Hoffnung, die mit mehreren abgesagten oder verschobenen Veranstaltungen wie der weltgrößten Industrieschau Hannover Messe zu kämpfen hatte. Messe und Flughafen seien in der Region Hannover und für ganz Niedersachsen wichtig, sagte Weil dem Radiosender Antenne Niedersachsen. "Deswegen werden wir an der Stelle das tun, was man von guten Eigentümern erwartet, nämlich zu helfen und dafür zu sorgen, dass die Unternehmen eine Perspektive haben."

An allen deutschen Flughäfen lahmt das Geschäft seit dem Beginn der Corona-Krise im Frühjahr. Zur Ferienzeit im Sommer gab es mancherorts eine vorsichtige Erholung, doch wieder verschärfte Reisewarnungen und Lockdowns verschiedener Intensität in Europa halten vor allem die touristische Nachfrage am Boden. Am Freitag ist ein digitaler "Luftverkehrsgipfel" geplant, an dem etwa Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), EU-Verkehrskommissarin Adina Valean sowie Verkehrsminister der Länder teilnehmen. Mögliche weitere Maßnahmen hingen vom Ausgang dieses Treffens ab, hieß es in Hannover.

Niedersachsen unterstütze die Forderung Scheuers, die sogenannten Vorhaltekosten von Flughäfen zu erstatten, "ausdrücklich". Mit solchen Ausgaben hatten die Airports ihre Infrastruktur während der Phasen sehr geringen Verkehrsaufkommens aufrechterhalten. Scheuer strebt ein Milliarden-Rettungspaket an. Branchenkonzerne wie Lufthansa oder Tui werden schon mit hohen Krediten und Beteiligungen aufgefangen. Der Flughafenverband ADV sieht die Airports im "Überlebenskampf", es drohen Finanzlöcher und Stellenstreichungen.

Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) meinte zur Situation an den Airports, Länder und Kommunen allein könnten die nötige Hilfe nicht leisten. "Sie haben bereits Hilfen für die Flughäfen in einer hohen dreistelligen Millionenhöhe erbracht."

Nach Informationen der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" plant Niedersachsen, für den Flughafen der Landeshauptstadt mit bis zu 21 Millionen Euro für neue Darlehen zu bürgen. Dieselbe Summe will demnach die Stadt Hannover tragen, der Privatinvestor Icon Infrastructure weitere 18 Millionen Euro. Die ebenfalls schwer gebeutelte Deutsche Messe AG könnte ebenfalls Kreditbürgschaften erhalten, auch hier sind Stadt und Land Anteilseigner.

Im Mai hatte der Flughafen Hannover-Langenhagen nach mehreren Wochen fast kompletten Stillstands den Linienbetrieb langsam neu angefahren, später starteten auch wieder Ferienflieger. Mit dem üblichen Verkehr ist die geringe Auslastung allerdings kaum zu vergleichen, zahlreiche Beschäftigte gingen in Kurzarbeit. In den ersten drei Quartalen sackte die Zahl der Passagiere zum Vorjahreszeitraum um beinahe drei Viertel auf noch rund 1,3 Millionen ab. Für 2020 wird insgesamt ein Verlust erwartet. Airport-Chef Raoul Hille erwartet erst ab 2023 schwarze Zahlen - er hatte bereits nach den Sommerferien vor einem "Tod der Reisebranche" gewarnt, falls die Verunsicherung anhält.

"Es darf nicht zu irreparablen Strukturbrüchen kommen", sagt der Chef des Branchenverbandes BDL, Matthias von Randow, vor den Beratungen am Freitag. "Wir stehen mit dem zweiten faktischen Lockdown vor dem Abbau von Arbeitsplätzen. Von rund 260 000 Arbeitsplätzen bei den deutschen Airlines und an den Flughäfen sind akut 60 000 bedroht."

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