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Todesschüsse: Fluchthelfer könnte straffrei ausgehen

Hannover  

Todesschüsse: Fluchthelfer könnte straffrei ausgehen

27.11.2020, 01:57 Uhr | dpa

Todesschüsse: Fluchthelfer könnte straffrei ausgehen. Eine goldfarbene Justitia-Figur steht vor Aktenbergen

Eine goldfarbene Justitia-Figur steht vor Aktenbergen, die sich auf einem Tisch stapeln. Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild (Quelle: dpa)

Nach tödlichen Schüssen auf eine junge Frau soll ein 36-Jähriger dem mutmaßlichen Todesschützen zur Flucht ins Ausland verholfen haben - doch diese Fluchthilfe könnte straffrei ausgehen. Das ist das vorläufige Ergebnis des ersten Verhandlungstages eines Prozesses vor dem Amtsgericht Hannover, wie ein Gerichtssprecher am Freitag erläuterte.

Die Tat selbst löste vor viereinhalb Jahren Entsetzen in Hannover aus: Bei einer großen Hochzeitsfeier wurde eine 21-Jährige von einem Partygast gezielt erschossen. Der Täter soll ihr Ex-Verlobter gewesen sein, der es nicht hinnehmen wollte, dass die junge Frau sich von ihm getrennt hatte. Der Mann flüchtete unmittelbar danach in den Irak. Dort soll er verurteilt worden sein.

Seit Freitag nun steht der Cousin des mutmaßlichen Täters vor dem Amtsgericht Hannover, weil der dem Mann bei der Flucht geholfen haben soll. Er räumte ein, den Mann mit dem Auto weggefahren zu haben.

Ob der 36-Jährige nun tatsächlich wegen Strafvereitelung verurteilt wird, ist unklar. Der Angeklagte gab nämlich überraschend zu Protokoll, er sei nicht nur der Cousin, sondern auch der Schwager des mutmaßlichen Mörders. Wäre dies tatsächlich so, so wäre die Hilfe zur Flucht ohne strafrechtliche Konsequenzen für den Mann. Strafvereitelung unter engen Angehörigen ist nach dem Strafgesetzbuch ohne Folgen.

Das Gericht muss nun nach des Gerichtssprechers diverse Urkunden prüfen, mit denen der Angeklagte belegen will, dass er der Schwager des Todesschützen ist. Nach Angaben des Amtsgerichts wurde der jungen Frau bei der Hochzeitsfeier fünfmal von ihrem Ex-Verlobten in den Kopf geschossen. Der Cousin des Täters soll nach Gerichtsangaben gewusst haben, dass sein Verwandter aus Rache handelte, weil er sich in seiner Ehre verletzt sah.

Ob der Täter inzwischen im Irak zu 20 Jahren Haft verurteilt wurde, wie der Anwalt des mutmaßlichen Fluchthelfers berichtete, ist noch unklar. Das Amtsgericht will auch die Echtheit dieses Urteils, das der Anwalt des Fluchthelfers am Freitag vorlegte, übersetzen und überprüfen lassen.

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