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Freundin angezündet?: 64-Jähriger bestreitet Mordvorwurf

Hannover  

Freundin angezündet?: 64-Jähriger bestreitet Mordvorwurf

14.01.2021, 03:32 Uhr | dpa

Freundin angezündet?: 64-Jähriger bestreitet Mordvorwurf. Landgericht Hannover

Der Eigang des Landgerichts in Hannover ist zu sehen. Foto: picture alliance / Holger Hollemann/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Weil er seine Freundin mit Spiritus übergossen und angezündet haben soll, muss sich ein 64-Jähriger seit Donnerstag vor dem Landgericht Hannover verantworten. Dem Angeklagten wird grausamer Mord vorgeworfen. Zum Auftakt bestritt der aus Polen stammende Mann das Verbrechen. Er wisse noch immer nicht, warum sie gebrannt habe, ließ er über seinen Verteidiger erklären. Seine Freundin und er hätten an dem Abend zuvor in seiner Wohnung in Hannover auf dem Balkon gesessen und Alkohol getrunken.

Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft ging die Kleidung der Frau in der Nacht zum 27. Juni 2020 in Flammen auf, nachdem ihr Partner auf sie Brennspiritus geschüttet und sie angezündet hatte. Die 57-Jährige erlitt laut Anklage Brandverletzungen auf 54 Prozent ihrer Körperfläche, es folgte ein Herzinfarkt, mehrere Organe versagten. Nach neun Tagen auf der Intensivstation und einer Reihe von Operationen starb die Frau am 6. Juli an den Folgen der Verbrennungen. Sie hatte zuletzt als Reinigungskraft in einer Hildesheimer Klinik gearbeitet.

Nachbarn hatten damals nach Polizeiangaben den Notruf gewählt, weil sie laute Geräusche, Stimmen und den Warnton eines Rauchmelders aus der Wohnung in dem Mehrfamilienhaus gehört hatten.

Beim Betreten des Gerichtssaals verbarg der kräftige, grauhaarige Angeklagte sein Gesicht hinter einem Aktendeckel. Seine Hand zitterte. Als die Anklage und seine eigene Erklärung vorgelesen wurden, wirkte der 64-Jährige gefasst. Eine Dolmetscherin übersetzte für den Polen, der auf Fragen des Vorsitzenden Richters knapp auf Deutsch antwortete.

Nach Darstellung des Mordverdächtigen war seine Freundin an dem Abend verärgert gewesen, weil sie gekocht hatte und er wegen des vielen Alkohols zuvor nichts essen wollte. "Im Zusammenhang mit dem Wutausbruch wollte sie vom Balkon springen", sagte der Verteidiger. Sie habe erzählt, dass sie mit Männern kein Glück habe und immer an Alkoholiker gerate. Die Freundin habe sich in der Küche etwas zu trinken holen wollen, plötzlich laut geschrien und am ganzen Körper gebrannt. Er habe dann Wasser über sie geschüttet und sofort den Notruf angerufen. "Ich habe sie geliebt, auf meine Art und Weise", erklärte der Angeklagte über seinen Verteidiger.

Weitere Fragen des Gerichts wollte der 64-Jährige zunächst nicht beantworten, sondern erst einmal sammeln und mit seinen Anwälten besprechen. Für den Prozess sind fünf Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil könnte nach dieser Planung am 26. Februar gesprochen werden. (Az.: 39 Ks 17/20)

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