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Zoos und Tierparks warten auf Ende des Lockdowns

Wagenfeld  

Zoos und Tierparks warten auf Ende des Lockdowns

17.01.2021, 09:13 Uhr | dpa

Zoos und Tierparks warten auf Ende des Lockdowns. Zoos und Tierparks warten auf das Ende des Lockdowns

Auf Abstand zu anderen Zoobesuchern wird auf einem Plakat gebeten. Foto: Friso Gentsch/dpa/Symbolbild (Quelle: dpa)

Keine Besucher, nirgends: Die etwa 30 Zoos und Tierparks in Niedersachsen überwintern derzeit ohne zahlende Gäste, hoffen aber, zum Ostergeschäft wieder starten zu können. "Ich gehe in meinen Planungen davon aus, dass wir bis März noch geschlossen bleiben", sagt der Geschäftsführer des Osnabrücker Zoos, Andreas Busemann. Die Kosten laufen für die Zoos weiter: Die Tiere müssen weiterhin betreut werden, auch die Energiekosten sind im Winter hoch, sagte Busemann. Insofern tue seinem Zoo die derzeitige Schließung weh.

Der wirtschaftliche Hintergrund der Tierparks, Zoos und Wildgehege ist dabei sehr unterschiedlich, erklärt Nils Kramer. Er leitet den Tierpark Nordhorn. Als Organisator des 1. Niedersächsischen Zootages Ende des vergangenen Jahres hat er aber auch Kontakt zu seinen Kolleginnen und Kollegen im restlichen Land. "Wir haben Vereine, Privatunternehmen oder - wie in unserem Fall in Nordhorn - eine gemeinnützige GmbH."

Für den ersten Lockdown im vergangenen Frühjahr, der die Zoos ums wichtigen Geschäft an Ostern und Christi Himmelfahrt gebracht hat, habe das Land ein abgestimmtes Hilfsprogramm vorgelegt. "Das hat sehr gut und sehr fair geklappt", sagt Kramer. Aus diesem ersten Lockdown seien die Zoos mit einem blauen Auge davongekommen. Aber die jetzige Schließung im Winter sei länger als im Frühjahr, das sei eine große Herausforderung. Ob die Zoos auch von der November- und Dezemberhilfe des Bundes profitieren könnten, sei von Tierpark zu Tierpark unterschiedlich. Sollte die Schließung noch über Ostern hinaus andauern, könnte es für einige Einrichtungen schwer werden.

Hinter dem Tierpark Nordhorn stehen kommunale Gesellschafter, das gilt auch für den Zoo Hannover und den Zoo Bremerhaven. Nils Ismer hingegen betreibt in Preußisch Ströhen in Wagenfeld (Kreis Diepholz) den Tierpark Ströhen, ein Familienunternehmen mit 30 Mitarbeitern. Daneben hat seine Familie noch eine Landwirtschaft und ein Arabergestüt. Sein Betrieb sei breit aufgestellt, das helfe durch die schwere Lage. Ansonsten aber zehre er von den Reserven, die er aufgebaut habe. Auch er hofft auf eine Öffnung zu Ostern. "Wenn es länger dauern würde, hätten wir ein Problem."

Immerhin aber spüren die Tierparks und Zoos eine große Solidarität der regionalen Bevölkerung. Die Spendenbereitschaft ist vielerorts groß, Patenschaften stehen hoch im Kurs. In Nordhorn habe sich die Zahl der Tierpatenschaften mehr als verdreifacht, die Zahl der Mitglieder im Förderverein sei um 100 gestiegen - "das ist ein irrer Rückhalt", sagt Kramer. Auch der Zoo am Meer in Bremerhaven habe bei den Patenschaften um 200 Prozent zugenommen, sagt Zoodirektorin Heike Kück. Die Zoos versuchen derzeit, ihr Online-Marketing auszubauen und schon einmal Eintritts- und Jahreskarten zu verkaufen, auch wenn die Gäste noch nicht kommen können.

Aber am Ende sei es wichtig, dass die Zoos Ostern wieder aufmachen könnten, betonen die Zoochefs. Auch dann würden die Kassen erst nur langsam gefüllt, denn bei einer Neueröffnung dürfte die Besucherzahl wegen der Hygiene- und Abstandsregeln reduziert sein. "Wir gehen davon aus, dass wir zu Ostern öffnen können - aber mit angezogener Handbremse", sagt Kück.

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