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Zahl der Einbürgerungen steigt deutlich: Weniger Flüchtlinge

Hannover  

Zahl der Einbürgerungen steigt deutlich: Weniger Flüchtlinge

17.01.2021, 09:13 Uhr | dpa

Zahl der Einbürgerungen steigt deutlich: Weniger Flüchtlinge. Einbürgerungsurkunde

Ein Mann hält bei einer Einbürgerungszeremonie eine Einbürgerungsurkunde der Bundesrepublik Deutschland im Neuen Rathaus in Hannover in der Hand. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Symbolbild (Quelle: dpa)

Mehr Einbürgerungen, aber weniger Flüchtlinge: In Niedersachsen ist 2019 die Zahl der Einbürgerungen spürbar gestiegen. Das Statistische Landesamt verzeichnete in dem Jahr einen Zuwachs um 29 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie aus dem Niedersachsen-Monitor 2020 hervorgeht, der im Dezember veröffentlicht wurde. Demnach erhielten 10 930 Menschen auf Antrag die deutsche Staatsbürgerschaft. Dagegen kamen im vergangenen Jahr zum fünften Mal in Folge weniger Flüchtlinge nach Niedersachsen - insgesamt wurden 8558 Menschen beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge registriert.

Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das einen Rückgang um 26 Prozent - 2019 waren noch 11 586 neu angekommene Flüchtlinge gezählt worden. Fast die Hälfte der Flüchtlinge stammte 2020 nach Angaben des Innenministeriums in Hannover aus Syrien. Insgesamt leben mehr als 141 000 Flüchtlinge in Niedersachsen.

Bei den Einbürgerungen spielte der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union eine wichtige Rolle: "Kurz vor dem Brexit stieg die Zahl der Eingebürgerten aus dem Vereinigten Königreich mit 2216 Personen noch deutlicher als in den Vorjahren; gut Dreiviertel davon wohnten schon 20 Jahre oder länger in Deutschland", heißt es in dem Bericht des Statistischen Landesamts. Im Durchschnitt der Jahre 2014 bis 2019 wurden den Daten zufolge jährlich rund 8700 Menschen aus Niedersachsen zu deutschen Staatsbürgerinnen und -bürgern. Die meisten Eingebürgerten stammen aus der EU, 2019 waren es knapp 39 Prozent.

Zu den Voraussetzungen für eine Einbürgerung gehört in der Regel, dass die betreffende Person mindestens acht Jahre rechtmäßig in Deutschland gelebt und keine wesentlichen Vorstrafen hat, sich zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung bekennt und ausreichend Deutsch spricht.

Unter den Flüchtlingen blieben die beiden häufigsten Herkunftsländer unverändert: Bis Ende November stellten 3775 Syrer (2019: 4318) und 1624 Iraker (2019: 2217) einen Asylantrag. Auch aus Afghanistan (815) und der Türkei (516) kamen viele Antragsteller. Der Flüchtlingsrat Niedersachsen hat erst vor kurzem erneut die Aufnahme weiterer Menschen gefordert und verweist auf 42 Städte, Gemeinden und Kommunen, die über Kapazitäten zur Unterbringung verfügen und sich zu sogenannten Sicheren Häfen erklärt haben. Auch in den Einrichtungen des Landes seien rund 3000 Aufnahmeplätze frei.

Besonders nötig haben die Hilfe laut Flüchtlingsrat unter anderem rund 900 Menschen, deren Notunterkunft im bosnischen Lager Lipa kurz vor Weihnachten abgebrannt ist. Indem die Europäische Union ihre Außengrenze im Balkan abschotte, habe sie diese Notlage selbst geschaffen, kritisierte der Verein.

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