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Wirtschaftsstimmung bleibt gemischt

Hannover  

Wirtschaftsstimmung bleibt gemischt

21.01.2021, 15:04 Uhr | dpa

Niedersachsens Wirtschaft gewinnt in wichtigen Bereichen wieder an Fahrt - wegen des zweiten Shutdowns bleiben die Sorgen aber groß. So erwarten 35 Prozent der Teilnehmer einer Umfrage der Industrie- und Handelskammern (IHKN) aus dem letzten Quartal 2020 einen negativen Trend in den kommenden Monaten. Wie die Kammern am Donnerstag in Hannover zu den Ergebnissen erklärten, hatte es im Quartal davor noch etwas weniger pessimistische Antworten aus den Unternehmen gegeben (33 Prozent). Währenddessen rechneten zuletzt 49 (Vorquartal: 51) Prozent mit keinen größeren Veränderungen. Bessere Geschäfte sehen nach wie vor insgesamt 16 Prozent voraus.

IHKN-Hauptgeschäftsführerin Maike Bielfeldt berichtete: "Die Stimmung kippt gerade in vielen Branchen und schwankt zwischen frustriert und zunehmend auch verzweifelt." Bei Überbrückungshilfen hakte es enorm. "Die finanziellen Unterstützungen müssen jetzt erfolgen, und es muss möglichst schnell und umfassend geimpft werden", forderte Bielfeldt.

Der Gesamtindikator für das konjunkturelle Klima in Niedersachsen kletterte im vergangenen Jahresviertel leicht um 2 auf 91 Zähler - sein langjähriges Mittel liegt mit 105 Punkten deutlich darüber.

Die aktuelle Geschäftslage wird vor allem im verarbeitenden Gewerbe mit der Auto- und Maschinenbaubranche als stabiler beurteilt. In der Industrie verbesserte sie sich im Schlussquartal 2020 laut IHKN stark und reichte fast wieder an das Niveau vor der Pandemie heran. Die Auftragseingänge und Investitionspläne hätten zugelegt.

Besonders Fahrzeugherstellern mache jedoch der Mikrochip-Engpass zu schaffen, IT-Teile gingen öfter in die Unterhaltungselektronik oder Medizintechnik. Jüngst war in einer eigenen Umfrage der Metall- und Elektroindustrie zudem deutlich geworden, dass viele Betriebe ihre Erwartungen an 2021 im Corona-Lockdown wieder herunterschraubten.

Desaströs ist die Situation nach Angaben der Kammern im Einzelhandel, sie komme außerhalb der noch geöffneten Supermärkte, Drogerien und Apotheken einer "wirtschaftlichen Katastrophe" gleich. Wer keine ergänzenden Kanäle wie Online-Shops oder Abholstationen betreibe, habe kaum noch Chancen - das stationäre Weihnachtsgeschäft sei ins Wasser gefallen. "Die Insolvenzen auch großer Ketten zeigen, dass Mittelständler wie Großunternehmen derzeit gleichermaßen zu kämpfen haben." Besonders im Modehandel staut sich nicht abverkaufte Ware.

Gastronomie, Tourismus, Messewirtschaft und Veranstalter haben es ebenfalls weiter mit einer existenziellen Bedrohung zu tun, solange die Schließungen und verschärften Maßnahmen gegen soziale Kontakte nicht enden. Insgesamt hielten drei Viertel aller Unternehmen im Land ihre Lage im vierten Quartal zwar für zufriedenstellend oder gut, die übrigen 25 Prozent nannten sie aber offen schlecht - vor allem Firmen, die unter dem Herunterfahren des öffentlichen Lebens leiden.

In Teilen des Verkehrsgewerbes gebe es desgleichen große Rückgänge, Taxifahrer legten immer öfter selbst drauf. Auch der Aufschwung der Baubranche lasse inzwischen langsam nach. Bei Banken, IT, Immobilen, Medien und Werbung sehe es insgesamt noch vergleichsweise gut aus.

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