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Hinweise auf gefährdete Kinder in Niedersachsen nehmen zu

Hannover  

Hinweise auf gefährdete Kinder in Niedersachsen nehmen zu

22.01.2021, 07:40 Uhr | dpa

Hinweise auf gefährdete Kinder in Niedersachsen nehmen zu. Mann und schaukelndes Kind auf einem Spielplatz

Der Schatten von einem Mann und einem schaukelnden Kind fallen auf den Sand auf einem Spielplatz. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Illustration (Quelle: dpa)

In Niedersachsen ist die Zahl der Hinweise auf gefährdete Kinder gestiegen. Im Jahr 2019 gab es laut dem Statistikamt des Landes 14 144 Verfahren zur Einschätzung einer Kindeswohlgefährdung, das waren rund 1500 mehr als im Jahr zuvor (plus 12 Prozent), wie das Sozialministerium in Hannover auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Auch bundesweit gab es in dem Zeitraum eine Steigerung von etwa zehn Prozent.

Für das Corona-Jahr 2020 sollen endgültige Daten erst im Sommer vorliegen. Eine Zusatzerhebung des Bundesfamilienministeriums deutet aber darauf hin, dass die Zahlen in Niedersachsen weiterhin hoch sind. Von Mai bis Juli meldete demnach mehr als die Hälfte der teilnehmenden Jugendämter im Land deutlich mehr Verfahren als im Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2018. Ein Drittel der teilnehmenden Ämter meldete deutlich weniger Verfahren. Beteiligt hatte sich an der Erhebung etwa jedes zweite der 54 Jugendämter in Niedersachsen.

Einen Corona-Effekt mit mehr Kindeswohlgefährdungen während der Pandemie, wie ihn jüngst der Kinderschutzbund in Niedersachsen beschrieben hatte, sieht der Zwischenbericht indes bisher nicht. "Für ganz Deutschland aggregiert zeigen die bisherigen Ergebnisse, dass trotz teilweise geschlossener oder nur eingeschränkt betriebsbereiter Institutionen im Mai weiterhin etwa gleich viele mögliche Gefährdungen durch die Jugendämter untersucht wurden wie im Vergleichszeitraum", heißt es in dem Anfang Dezember veröffentlichten Papier der TU Dortmund.

Der Landesvorsitzende des Kinderschutzbunds, Johannes Schmidt, hatte Anfang Januar gesagt, er wisse aus Kontakten zu den Jugendämtern, dass es seit Beginn der Krise mehr Meldungen von Kindeswohlgefährdungen gebe. Genaue Zahlen lägen aber noch nicht vor.

Niedersachsens Sozialministerin Carola Reimann erinnerte angesichts des bundesweiten Zwischenberichts, dass die Daten "immer nur das Hellfeld der Gefährdungen, die Jugendämtern bekannt werden", abbildeten. Deshalb gebe es eine Reihe von Beratungsstellen, die betroffenen Kindern und Jugendlichen Hilfe bieten sollen, wie die Kinderschutzzentren oder das Kinder- und Jugendtelefon.

"Auch in Pandemiezeiten hat Niedersachsen dazu flächendeckende Beratungs- und Unterstützungsangebote, mögliche Bezugspersonen und Fachpersonal werden sensibilisiert und mit Informationen versorgt" betonte die SPD-Politikerin. Auch digitale Beratungsmöglichkeiten würden immer häufiger eingesetzt.

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