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Astrazeneca-Verweigerer: Überbuchen von Impfterminen erwogen

Hannover  

Astrazeneca-Verweigerer: Überbuchen von Impfterminen erwogen

01.03.2021, 15:44 Uhr | dpa

Astrazeneca-Verweigerer: Überbuchen von Impfterminen erwogen. Impfung

Eine Krankenschwester injiziert den AstraZeneca-Impfstoff bei einem Patienten. Foto: Clara Margais/dpa (Quelle: dpa)

Weil Verweigerer des Corona-Impfstoffes von Astrazeneca in den Impfzentren für Leerlauf und Stockungen sorgen, denkt Niedersachsen als Möglichkeit auch an das Überbuchen von Impfterminen. Ähnlich wie etwa Fluggesellschaften oder Hotels es handhaben, könnten dann etwas mehr Termine vergeben werden, als Impfstoff zur Verfügung steht, damit am Ende alles gleich gespritzt werden kann, wie die Vize-Chefin des Corona-Krisenstabs der Landesregierung, Claudia Schröder, am Dienstag in Hannover sagte. Impfzentren, bei denen häufig Impfstoff ungenutzt bleibt, sollten die Möglichkeit nutzen.

Insbesondere Beschäftigte aus der ambulanten Pflege verweigerten den Impfstoff von Astrazeneca, sagte Schröder. Dabei gebe es im Impfzentrum keine Wahlmöglichkeit. Menschen unter 65 Jahren erhielten ausschließlich die Dosen von Astrazeneca. Bei der Planung der Impftermine für Beschäftigte aus Institutionen werde versucht zu klären, wie viele Impfinteressenten es tatsächlich gibt. Trotzdem komme es im Moment der Impfung zu Ablehnungen.

Wie das Sozialministerium erläuterte, drohe auch bei Überbuchungen niemandem mit Termin, dass er leer ausgeht. Von dem in größeren Abständen gelieferten Astrazeneca-Impfstoff befinde sich genügend Vorrat in den Impfzentren.

Insgesamt erhielten in Niedersachsen inzwischen 376 731 Menschen eine Erstimpfung und 173 123 eine Zweitimpfung. Das Ziel sei, das Impftempo zügig zu erhöhen - durch einen durchgehenden Betrieb der Impfzentren an allen Wochenendtagen und das Einbinden von Hausärzten. Gerade ist eine zweiwöchiger Test mit Arztpraxen angelaufen. "Unser Ziel ist, schnell weitere Ärzte und Fachpraxen einzubeziehen", sagte Schröder. Aktuell befinden sich noch mehr als 112 000 Menschen auf der Warteliste für eine Impfung.

Die Corona-Lage stagniert unterdessen in Niedersachsen. 291 Neuinfektionen und eine Sieben-Tages-Inzidenz von 67,7 im Landesdurchschnitt wurden am Dienstag registriert, es gab 51 weitere Todesfälle. "Wir haben hier gerade im Moment keine richtige Abwärtsbewegung und befinden uns relativ konstant auf mittlerem Niveau", sagte Schröder. "Es gibt eine positive Tendenz in den Krankenhäusern, aber nur in kleinen Schritten Entlastung." 995 Corona-Patienten werden derzeit stationär behandelt, 219 davon auf der Intensivstation. 157 Erwachsene und ein Kind müssen künstlich beatmet werden.

Um bei der angestrebten Öffnung der Schulen für weitere Schülergruppen für mehr Sicherheit zu sorgen, hat das Land die Beschaffung von Schnelltests für Schulen ausgeschrieben. Ein Einsatzkonzept für die Testungen an Schulen befinde sich in der Abstimmung, sagte Schröder. Wann genau die Tests beginnen, konnte sie noch nicht sagen. Am Dienstag begann das Land mit der Auslieferung von fünf Millionen Corona-Schutzmasken für Lehrerinnen und Lehrer. Sie sollen helfen, eine mögliche Ausweitung des Präsenzbetriebs an den Schulen sicherer zu gestalten.

Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) hatte eigentlich gerne vor den Osterferien weitere Klassen aus dem Distanzlernen im Wechselunterricht in die Schulen zurückholen wollen. Die Infektionszahlen gingen aber nicht wie erhofft zurück. Tonne will nach den Bund-Länder-Beratungen über den Corona-Kurs an diesem Mittwoch über das weitere Vorgehen an den Schulen entscheiden.

Bei den Beratungen der Ministerpräsidenten mit der Kanzlerin gehe es Niedersachsen um einen möglichst einheitlichen Kurs der Länder, sagte Regierungssprecherin Anke Pörksen. "Wir haben ein großes Interesse, zumindest in Norddeutschland einvernehmliche Regelungen zu treffen." Es gehe nicht nur um Öffnungsfragen, sondern auch um Schutzmaßnahmen. "Wir werden sehr vorsichtig vorgehen, damit wir nicht in eine noch höhere dritte Welle kommen."

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