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DGB: Corona verschärft Benachteiligung von Frauen im Job

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DGB: Corona verschärft Benachteiligung von Frauen im Job

04.03.2021, 13:53 Uhr | dpa

DGB: Corona verschärft Benachteiligung von Frauen im Job. Logo des DGB

Das Logo des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). Foto: Christoph Schmidt/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Frauen haben nach Ansicht des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) besonders mit den Folgen der Corona-Krise zu kämpfen - etwa, weil sie für die Kinderbetreuung im Job zurückstecken. Gleichzeitig arbeiteten sie oft in systemrelevanten, aber unterbezahlten Berufen, sagte DGB-Expertin Sophia Michaelis am Donnerstag. Frauendominierte Berufe müssten daher besser bezahlt und die Sorgearbeit gerechter aufgeteilt werden, forderte sie.

Michaelis verwies unter anderem auf eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung, wonach im ersten Lockdown 24 Prozent der Frauen mit mindestens einem Kind unter 14 Jahren ihre Arbeitszeit reduziert haben, aber nur 17 Prozent der Männer.

"Frauen dürfen nicht in den häuslichen Bereich zurückgedrängt werden", warnte auch Sabine Banko-Kubis von der Bildungsgewerkschaft GEW. Ihren Angaben zufolge sind rund 90 Prozent der Lehrer, die in Teilzeit arbeiten, Frauen - häufig aus familiären Gründen. "Die Gender-Lücken müssen geschlossen und die strukturellen Benachteiligungen von Frauen endlich behoben werden. Wenn nicht jetzt, wann dann", appellierte sie.

Aus Daten der Arbeitsagentur geht hervor, dass Frauen in der Corona-Krise auch etwas häufiger auf die Grundsicherung angewiesen sind als ihre männlichen Kollegen. Obwohl Arbeitnehmerinnen nur 46 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ausmachen, lag ihr Anteil an den Beschäftigten, deren Einkommen nicht mehr für den Lebensunterhalt reicht, bei 51 Prozent.

Häufig gerieten sie durch Kurzarbeit in diese Lage, teilte die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit auf Anfrage mit. Dabei sind Frauen etwas seltener in Kurzarbeit als Männer. Ihr Anteil lag zuletzt je nach Monat bei 40 bis 45 Prozent der Kurzarbeiter. Wegen der Pandemie hatte die Bundesregierung die Voraussetzungen für den Bezug der Grundsicherung vereinfacht. Wie hoch die Sozialleistung ausfällt, hängt von den persönlichen Lebensumständen ab.

Insgesamt nimmt die Zahl der arbeitenden Frauen leicht zu: Gab es in Niedersachsen vor fünf Jahren etwas weniger als 1,3 Millionen Arbeitnehmerinnen, sind es laut Arbeitsagentur mittlerweile rund 1,39 Millionen - allerdings arbeiteten sie häufiger als Männer in Teilzeit oder in einer geringfügigen Beschäftigung.

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