Sie sind hier: Home > Regional > Hannover >

Anti-Israel-Demos und Drohung gegen Synagoge

Hannover  

Anti-Israel-Demos und Drohung gegen Synagoge

13.05.2021, 09:13 Uhr | dpa

Anti-Israel-Demos und Drohung gegen Synagoge. Polizei im Einsatz

Ein Fahrzeug der Polizei ist mit Blaulicht im Einsatz. Foto: Jens Wolf/dpa-Zentralbild/dpa (Quelle: dpa)

Bei einer Anti-Israel-Demonstration in Hannover ist die Polizei wegen Verstößen gegen die Auflagen eingeschritten. "Es kam zu konkreten Feindseligkeiten", berichteten die Beamten über die Versammlung am Mittwochabend, an der den Angaben zufolge über 500 Menschen teilgenommen haben sollen. "Beispielsweise gab es den Versuch, Israel-Flaggen zu verbrennen", sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag. Zwei mutmaßliche Täter hätten davon allerdings noch abgehalten werden können. Gegen einen Verdächtigen und eine weitere Person seien Strafverfahren wegen der Verletzung von Hoheitszeichen ausländischer Staaten eingeleitet worden.

Die Demonstranten zogen laut Polizei durch Hannovers Innenstadt. Eine Privatperson hatte die Eilversammlung zuvor angemeldet, war dann jedoch nicht als Ansprechpartner verfügbar, wie es hieß. Da auch keine Ordner eingesetzt worden und Teilnehmer den Aufforderungen zum Einhalten der Corona-Regeln nicht gefolgt seien, habe man die Versammlung nach etwas mehr als einer Stunde aufgelöst. Im Anschluss sei es zu Beleidigungen und Angriffen gegen Polizeibeamte gekommen.

Der Konflikt zwischen Israel und der islamistischen Hamas war in den vergangenen Tagen wieder aufgeflammt. Vom Gazastreifen aus beschossen militante Palästinenser mit Raketen Ziele in Israel, das dortige Militär setzte seine Angriffe auf das Küstengebiet fort.

In Bremen war für Donnerstagnachmittag ebenfalls eine Kundgebung geplant. Die Polizei kündigte an, hinreichende Kräfte einzusetzen und die Versammlung zu begleiten. Der Antisemitismus-Beauftragte der FDP-Fraktion im Bundestag, Benjamin Strasser, verurteilte die Demonstrationen: "Wer in Deutschland versucht, Israel-Flaggen zu verbrennen und antisemitisches Gedankengut zu verbreiten, muss mit der ganzen Härte des Rechtsstaats belangt werden."

Bereits am Montag hatte es in Hannover eine Drohung gegenüber der Liberalen Jüdischen Gemeinde gegeben. Ein Polizeisprecher bestätigte am Donnerstag einen entsprechenden Bericht der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung". Ermittlungen seien eingeleitet und der Staatsschutz eingeschaltet worden. Ob ein direkter Zusammenhang zur Lage im Gazastreifen bestehe, sei hier aber noch unklar, hieß es.

Jüdische Einrichtungen seien ein Schwerpunkt der polizeilichen Schutzmaßnahmen. Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) hatte ihnen am Mittwoch angesichts der Eskalation in Israel und den Palästinensergebieten größtmöglichen Schutz zugesichert: Polizei und Sicherheitsbehörden seien zu höchster Wachsamkeit aufgerufen.

"Sollte es zu Übergriffen kommen, werden wir diese mit aller Konsequenz verfolgen", erklärte Pistorius. "Wer die aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten missbraucht, um zu Gewalt gegen Jüdinnen und Juden oder gegen jüdische Einrichtungen aufzurufen, wird die vollen rechtsstaatlichen Konsequenzen zu spüren bekommen."

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
10-Tages-Vorhersage

Weltbild.detchibo.deOTTODeichmannbonprix.deLIDLBabistadouglas.deamazon.de

shopping-portal

Hinweis:

Der Internet Explorer wird nicht länger von t-online unterstützt!

Um sicherer und schneller zu surfen, wechseln Sie jetzt auf einen aktuellen Browser.

Wir empfehlen unseren kostenlosen t-online-Browser: