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Wer springen will, muss zahlen

Brauchtum  

Wer springen will, muss zahlen

05.01.2018, 06:09 Uhr | dpa

Wer springen will, muss zahlen. Springerzug Herbstein

Bajazz Martin (l) und die Springerpärchen beim Springerzug in Herbstein. Foto: Uwe Zucchi/Archiv (Quelle: dpa)

Wer wird der neue Bajazz in Herbstein? An diesem Sonntag (7. Januar) wird in dem Städtchen im Vogelsberg das Amt des Karnevalsprinzen versteigert. Der Meistbietende darf an Rosenmontag (12. Februar) den traditionellen Springerzug anführen. Doch der Bajazz muss nicht nur genug Geld in der Tasche haben, sondern auch fit sein. Denn er läuft, springt und tanzt in bestimmter Schrittfolge etwa vier Stunden durch den Luftkurort. Deshalb machen die Versteigerung auch meist junge und sportliche Männer unter sich aus.

Der Springerzug geht auf einen alten Brauch zurück. Im 17. Jahrhundert brachten Tiroler Steinmetze, die Restaurationsarbeiten an der Stadtmauer vornahmen, diese Tradition mit nach Herbstein.

In der Gegenwart ist es für fastnachtsbegeisterte junge Männer in dem knapp 5000 Einwohner zählenden Städtchen ein Kindheitstraum, einmal den Springerzug anzuführen. Der Bajazz trägt ein buntes Gewand und darf eine goldene Krone auf dem Kopf tragen. Angefeuert und bejubelt wird er alljährlich von einigen tausend Zuschauern am Streckenrand.

Der Preis dafür, einmal Bajazz zu sein, liegt im Schnitt zwischen 1000 und 2500 Euro, wie Christoph Schrimpf von der Fastnachtsvereinigung Herbstein erklärt. Im Vorjahr musste Jens Staubach aber 3000 Euro für den Zuschlag berappen. Das Höchstgebot gab Thomas Traud im Jahr 2004 ab: Die Bajazz-Würde war ihm 3410 Euro wert.

Neben der Rolle des Bajazz werden am Sonntag bei der Sitzung der Fastnachtsvereinigung auch die Rollen der sechs Pärchen, darunter das Tiroler Pärchen in Reihe eins, versteigert. Das sind ebenso tanzende und springende Akteure in dem Karnevalszug. Jedes Pärchen zahlt im Durchschnitt zwischen 500 und 3000 Euro für den Zuschlag. Die Erlöse aus der Versteigerung fließen in die Vereinskasse. Investiert werden sie für den Bau von Motivwagen, für die Gardegarderobe und die Kostümpflege.

Der Herbsteiner Springerzug hat sich nicht nur in Hessen einen Namen gemacht. Ihr Können durften die Vogelsberger mit ihrem Sprungtanz unter anderem bereits beim europäischen Narrentreffen in Bad Cannstatt ab (2009) und bei der Steubenparade in New York (1988 und 2011) unter Beweis stellen.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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