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Muslim ersticht konvertierte Frau: Prozess beginnt

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Muslim ersticht konvertierte Frau: Prozess beginnt

21.01.2018, 10:09 Uhr | dpa

Muslim ersticht konvertierte Frau: Prozess beginnt. Justitia

Ein Fotograf vor dem Bild der Justitia. Foto: Friso Gentsch/Archiv (Quelle: dpa)

Er soll eine Frau getötet haben, die vom Islam zum Christentum konvertiert ist. Sie soll ihn gefragt haben, ob auch er den Glauben wechseln wolle. Das belastete ihn laut Anklage - und er griff zum Messer. Vor dem Landgericht Traunstein beginnt am Dienstag der Mordprozess gegen einen 30 Jahre alten Afghanen.

Der Mann hatte die ebenfalls aus Afghanistan stammende 38-Jährige den Vorwürfen zufolge vor den Augen ihrer Kinder im Alter von fünf und elf Jahren bei einem Supermarkt in der oberbayerischen Gemeinde Prien am Chiemsee erstochen. Die beiden kannten sich vom Sehen aus Flüchtlingsunterkünften. Die Mutter der beiden minderjährigen Söhne und zweier erwachsenen Kinder war zum Christentum konvertiert.

Die 38-Jährige war Ende April 2017 aus dem Supermarkt gekommen, als der Mann mit einem Messer auf sie losging. Mehrere Male soll er auf die Frau eingestochen haben. Selbst als ein Einkaufwagen geworfen wurde, hielt das den heute 30-Jährigen nicht auf. Auch ein Bauzaun konnte den Angreifer nicht abwehren. Erst Zeugen stoppten ihn.

Für die Frau kam die Hilfe zu spät. Sie hatte 16 Stiche und Schnittverletzungen unter anderem am Kopf und Hals erlitten und starb noch auf dem Weg in Krankenhaus. Die Frau war in einer evangelischen Kirchengemeinde engagiert und galt als mustergültig integriert.

Der Mann gestand später die Tat und gab zunächst an, er sei aus Frust über seine bevorstehende Ausweisung auf die Frau losgegangen. Die Staatsanwaltschaft betont hingegen die religiösen Motive. Er habe die Frau heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen ermordet. Der Pflichtverteidiger des Mannes, Harald Baumgärtl, sagte, er schließe ein religiöses Motiv nicht aus. Allerdings werde sich sein Mandat zum Auftakt voraussichtlich weder zur Sache noch zur Person äußern.

Der seit 2013 in Deutschland lebende Afghane hatte den Status eines geduldeten Flüchtlings. Er war in Prien mit anderen Migranten in einer Wohnung untergebracht. Nach dem Ablehnungsbescheid als anerkannter Flüchtling Ende 2016 soll er sich seelisch verändert haben und mindestens zwei Mal stationär in psychiatrischer Behandlung gewesen sein. Auch nach der Tat kam er zunächst in eine Nervenklinik.

An dem Prozess nehmen vier Nebenkläger teil, darunter die beiden minderjährigen Söhne. Vier Verhandlungstage sind bis zum 9. Februar angesetzt.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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