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Im Kuhglocken-Streit geht es jetzt auch um Gülle

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Im Kuhglocken-Streit geht es jetzt auch um Gülle

10.03.2018, 09:39 Uhr | dpa

Im Kuhglocken-Streit geht es jetzt auch um Gülle. Eine Kuh

Eine Almkuh ist zu sehen. Foto: Matthias Balk/Archiv (Quelle: dpa)

München/Holzkirchen (dpa/lby) - Erst viel Lärm, jetzt dicke Luft: Im Kuhglocken-Streit von Holzkirchen geht es nun auch um Gülle. Ein Anwohner und seine Ehefrau klagen nicht mehr nur wegen Lärmbelästigung gegen eine Bäuerin, deren Kühe mit Glocken vor dem Haus des Paares weiden. Die Landwirtin sei nun auch dazu übergegangen, Gülle auf die Wiese zu kippen, teilte die Kanzlei Sauer Wolff Martin der Deutschen Presse-Agentur mit. Die Unterlassungsklage der Frau wurde entsprechend erweitert.

Zuerst hatte der Mann geklagt. Er war mit seiner Klage wegen der Kuhglocken vor dem Landgericht München II im Dezember 2017 gescheitert. Grund dafür war vor allem ein vor dem Amtsgericht Miesbach geschlossener Vergleich zwischen ihm und der Landwirtin im September 2015.

Dieser sieht vor, dass die Kühe auf einer Hälfte der Weide, die weiter von seinem Haus entfernt ist, mit Glocken grasen dürfen. Deshalb habe der Nachbar nun kein Rechtsschutzbedürfnis mehr, hatte das Gericht geurteilt. Die Frau des Klägers ist nicht mit einem Vergleich vorbelastet. Ein Termin für das zweite Verfahren steht laut Gericht aber noch nicht fest.

Gegen die Entscheidung des Landgerichts legte der Anwalt des Unternehmers vor dem Oberlandesgericht München Berufung ein - auch erweitert um die Gülle-Unterlassung. "Bei dem genannten Gebiet handelt es sich um eine landwirtschaftlich genutzte Fläche, das Ausbringen von Gülle ist demnach gesetzeskonform", hieß es von der Gemeinde Holzkirchen dazu. Die beiden Klagen des Paares richten sich auch gegen die Gemeinde im Landkreis Miesbach, die die Wiese an die Bäuerin verpachtet.

Prozesse um den Lärm von Kuh- und Kirchenglocken sorgen in Bayern immer wieder für großes Aufsehen. Im aktuellen Fall hatte der Unternehmer das idyllisch gelegene Haus in einem Ortsteil von Holzkirchen 2011 gekauft. Etwa ein Jahr später pachtete die Landwirtin die Weide vor seinem Grundstück und ließ dort fünf bis sieben Kühe grasen.

Seit Jahren beschweren sich der Unternehmer und seine Ehefrau über den Lärm der Kuhglocken. Sie würden unter Schlaflosigkeit und Depressionen leiden, hatte der Mann vor Gericht erklärt. Hinzu kämen der Wertverlust seiner Immobilie sowie Gestank und Gesundheitsgefahr durch Weidestechfliegen. Außergerichtliche Schlichtunsgversuche waren bei dem Nachbarschaftsstreit gescheitert. Der Kläger hatte der Landwirtin angeboten, die Kühe kostenlos mit GPS-Sendern auszustatten. Doch die lehnte ab.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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