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Brandanschlag auf Haus mit Moschee in Ulm

Kriminalität  

Brandanschlag auf Haus mit Moschee in Ulm

19.03.2018, 18:38 Uhr | dpa

Brandanschlag auf Haus mit Moschee in Ulm. Feuerwehr

Männer der Feuerwehr sitzen in einem Löschfahrzeug. Foto: Carsten Rehder/Archiv (Quelle: dpa)

Unbekannte haben in der Nacht zum Montag in Ulm zwei Brandsätze gegen ein Wohngebäude geworfen, in dessen Hinterhaus sich eine Moschee befindet. Das Feuer sei von einer Streifenwagenbesatzung mit dem Feuerlöscher ihres Fahrzeugs rasch gelöscht worden, teilte die Polizei mit. In dem Haus befindet sich auch ein türkischer Obst- und Gemüseladen, der aber ebenso wenig wie die Moschee beschädigt wurde. Das Gebetshaus wird von der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG) betrieben.

Ulms Oberbürgermeister Gunter Czisch (CDU) verurteilte den Anschlag: "Egal, welche Motive die oder der Täter für sich reklamieren: Hier wurde fahrlässig und unverantwortlich mit dem Leben und der Gesundheit von Menschen gespielt." Czisch fügte hinzu: "Nicht vorzustellen, was hätte passieren können, wenn ein Feuer nachts in dem Haus, das von vielen Familien bewohnt wird, ausgebrochen wäre."

Die Sprecher des Ulmer Rats der Religionen, Volker Bleil (evangelische Kirchengemeinde), Israfil Polat (DITIB Moscheeverein) und Shneur Trebnik (jüdische Synagoge) äußerten Sorge und Betroffenheit angesichts "eines möglichen politischen oder religiösen Motivs", hieß es in einer von der Stadt Ulm verbreiteten Erklärung.

Zeugen hatten den Brand um 03.00 Uhr der Polizei gemeldet. Die Polizei leitete nach eigenen Angaben sofort eine Fahndung ein. Kriminaltechniker hätten die Spuren gesichert, die Kriminalpolizei habe Ermittlungen aufgenommen. Sie gehe bislang davon aus, dass Unbekannte zwei Flaschen mit einer brennbaren Flüssigkeit gegen die Wand des Hauses warfen. Eine der Flasche sei ohne weitere Folgen zerbrochen, die zweite habe vor dem Haus den Brand ausgelöst. In unmittelbarer Nähe stellte die Polizei drei weitere Flaschen mit einer brennbaren Flüssigkeit sicher.

Zu Mutmaßungen, wonach es einen Zusammenhang zum militärischen Vorgehen der Türkei gegen Kurden im syrischen Afrin geben könnte, äußerte sich die Polizei nicht. Noch vor der Polizei hatten die Betreiber der Moschee über den Brandanschlag informiert.

Die Islamische Gemeinschaft Millî Görüş ("Nationale Sicht") war in der Türkei von dem islamisch-konservativen Politiker Necmettin Erbakan gegründet worden, der 2011 starb. Er war unter anderem 1996/97 Ministerpräsident und galt als enger Vertrauter des Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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