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Jedes fünfte Kind im Südwesten von Armut betroffen

Soziales  

Jedes fünfte Kind im Südwesten von Armut betroffen

20.03.2018, 13:28 Uhr | dpa

Jedes fünfte Kind im Südwesten von Armut betroffen. Kinder halten Münzen in der Hand

Kinder halten Münzen in der Hand. Foto: Patrick Seeger/Archiv (Quelle: dpa)

Jedes fünfte Kind in Baden-Württemberg ist arm oder armutsgefährdet. Das geht aus aktuellen Zahlen des Caritasverbandes Rottenburg-Stuttgart hervor. Insgesamt sind demnach etwa 385 000 Kinder im Land betroffen. Dieser Wert sei ein "gesellschaftspolitisches Armutszeugnis", sagte Caritasdirektor Oliver Merkelbach am Dienstag in Stuttgart. 2009 sei hierzulande noch jedes achte Kind arm oder von Armut gefährdet gewesen. Als arm gilt in Deutschland, wer von weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Einkommens leben muss.

Besonders hoch ist das Armutsrisiko demnach bei Kindern arbeitsloser, alleinerziehender und zugewanderter Eltern. Kinderarmut sei allerdings kaum öffentlich sichtbar. Die Politik konzentriere sich außerdem zu sehr auf die punktuelle Bekämpfung von Armut und unterschätze das Problem. Das habe auch die jüngste Äußerung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gezeigt. Der CDU-Politiker hatte gesagt, Hartz IV bedeute nicht Armut, sondern sei die Antwort der Solidargemeinschaft auf Armut. "Das hat mich sehr wütend gemacht", sagte Merkelbach.

Kinderarmut lasse sich nur durch eine "Koalition von Menschen und Institutionen" bekämpfen. Mit der Kampagne "Kinderarmut wohnt nebenan" will die Caritas Rottenburg-Stuttgart im Jahr ihres 100-jährigen Bestehens für eine solche Koalition werben. Die Kampagne bewirbt Projekte, die die strukturellen Ursachen der Kinderarmut angehen. So vermittelt die Kinderstiftung Ravensburg etwa Kindergärten an Senioren, die dort den Kindern vorlesen. Die "Grünfinder" in Ulm bringen Kindern die Natur nahe. Voraussetzungen für die Mithilfe gebe es nicht: "Jeder ist gefragt im Kampf gegen Kinderarmut", sagte Merkelbach.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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