Sie sind hier: Home > Regional >

P&R-Pleite: Verbraucherschützer fordern mehr Anlegerschutz

Finanzen  

P&R-Pleite: Verbraucherschützer fordern mehr Anlegerschutz

20.03.2018, 18:08 Uhr | dpa

Nach der Insolvenz des führenden Anbieters von Direktinvestments in Seecontainer fordern Verbraucherschützer eine schärfere Regulierung des Grauen Kapitalmarktes. Drei Töchter der Investmentfirma P&R hatten beim Amtsgericht München Insolvenzantrag wegen Zahlungsunfähigkeit gestellt. Die Verluste für mehr als 50 000 Kapitalanleger könnten in die Milliarden gehen, sagte Klaus Nieding, Vizepräsident der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) am Dienstag.

Der Rosenheimer Finanzexperte Stefan Loipfinger sagte, mit der Insolvenz der drei Firmen stünden 3,1 Milliarden Euro im Feuer. Der Chef des Bundesverbands der Verbraucherzentralen, Klaus Müller, forderte im "Handelsblatt" strengere Regeln für Produkte des Grauen Kapitalmarkts: "Ein aktiver Vertrieb sollte verboten werden, denn für Verbraucher sind diese Produkte zu komplex und bergen zu hohe Risiken."

Bei P&R investierten meist vermögende Anleger in 1,3 Millionen Container, die durchschnittliche Anlage beträgt etwa 60 000 Euro. Laut Insolvenzverwalter Michael Jaffé verkauften die P&R-Firmen den Anlegern Frachtcontainer, kümmerten sich dann um deren Vermietung an Leasinggesellschaften oder Transportfirmen, schütteten die Mieterlöse an die Anleger aus und stellten den Rückkauf der Container nach Vertragsende in Aussicht.

Inzwischen kann P&R den Anlegern aber weder die fälligen Vermieteinnahmen überweisen noch die Container zu den in Aussicht gestellten Werten zurückkaufen, wie das Unternehmen mitteilte. Die Containerpreise seien von 2011 bis 2016 gesunken. In den vergangenen Jahren habe das Unternehmen die vorhergesagten Preise trotzdem noch bezahlt - aber "dabei wurden die vorhandenen stillen Reserven aufgebraucht".

Finanzexperte Loipfinger sagte, P&R müsste die im Rekordjahr 2013 verkauften Container nach Ablauf der fünfjährigen Vertragslaufzeit jetzt zurückkaufen. Weil ein neues Gesetz für mehr Transparenz bei Direktinvestitionen gesorgt habe, sei der Umsatz eingebrochen, und "jetzt bricht das Kartenhaus zusammen". Mit der starken Abhängigkeit vom Neugeschäft habe es sich "im Grunde um eine Art Schneeballsystem" gehandelt. Diesen Vorwurf wies P&R zurück.

Mit dem Kleinanlegerschutzgesetz erhielt die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) mehr Befugnisse gegen Anbieter und Vermittler. Bei Gesetzesverstößen kann sie das Angebot von Vermögensanlagen untersagen.

Jaffé sagte, er ermittele zur Zeit, in Deutschland und der Schweiz, "wie viele Container an wen wie lange vermietet sind", sichere die Mieterlöse und analysiere die Zahlungsströme. Das könne Monate dauern. Gläubiger könnten Ansprüche gegen die insolventen Gesellschaften noch nicht zwangsweise durchsetzen. Eine Verwertung der Container durch die Anleger selbst wäre sinnlos, weil die Kosten jeden Erlös übersteigen würden. Das sei auch "faktisch unmöglich, da die Container weltweit vermietet und unterwegs sind". Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) riet Anlegern, erst einmal abzuwarten.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail


shopping-portal