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Kommunion: Sonderregeln in abtrünnigen Bistümern drohen

Kirche  

Kommunion: Sonderregeln in abtrünnigen Bistümern drohen

06.04.2018, 08:18 Uhr | dpa

Im Streit der katholischen Bischöfe Deutschlands um die Zulassung von Protestanten zur Kommunion sind die Fronten verhärtet. Allein in Bayern widersetzen sich fünf von sieben Bischöfen dem Mehrheitsbeschluss der Deutschen Bischofskonferenz (DBK). "Diese Bischöfe werden nicht nachgeben", sagte der Münsteraner Kirchenrechtler Prof. Thomas Schüller auf Anfrage. Zu erwarten sei daher, dass in den Bistümern Bamberg, Augsburg, Passau, Regensburg, Eichstätt, Köln und Görlitz auch künftig keine evangelischen Christen zur Eucharistie zugelassen werden. "Auf dem Rücken der Menschen werden hier Machtkämpfe innerhalb der Bischofskonferenz ausgetragen", kritisierte Schüller.

Im Februar hatte die DBK unter Vorsitz des Münchner Kardinals Reinhard Marx mehrheitlich beschlossen, dass Protestanten in Einzelfällen die Kommunion empfangen können. Diese Möglichkeit soll vor allem konfessionsverschiedenen Ehepaaren zugute kommen. Sieben Bischöfe unter Führung des Kölner Kardinals Rainer Maria Woelki wandten sich nun aber an den Vatikan. Sie bezweifeln, dass der DBK-Beschluss mit dem Glauben und der Einheit der Kirche vereinbar ist. Sie wollen eine Klarstellung, ob dieses Thema von "einer nationalen Bischofskonferenz entschieden werden kann oder ob eine Entscheidung der Universalkirche notwendig ist", teilte das Erzbistum Köln mit.

Über ihren Protestbrief hatten die sieben Bischöfe erst nachträglich ihren Vorsitzenden Marx in Kenntnis gesetzt. "Dieses Vorgehen ist stillos und in der Geschichte der Bischofskonferenz einzigartig", sagte Schüller, der an der Universität Münster lehrt. Es verstoße gegen die Regularien der DBK. "Dass dabei auch ein so besonnener Kirchenrechtler und Ökumeniker wie der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick mitgemacht hat, ist unbegreiflich. Für Kardinal Marx wird es jetzt schwierig werden, die Bischofskonferenz weiter zusammenzuhalten."

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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