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Zeitzeugin von DDR-Frauengefängnis Hoheneck gestorben

Geschichte  

Zeitzeugin von DDR-Frauengefängnis Hoheneck gestorben

06.05.2018, 19:58 Uhr | dpa

Zeitzeugin von DDR-Frauengefängnis Hoheneck gestorben. Ellen Thiemann

Die Journalistin und Schriftstellerin Ellen Thiemann ist gestorben. Foto: Jens Kalaene/Archiv (Quelle: dpa)

Mit Ellen Thiemann ist eine Zeitzeugin des berüchtigten DDR-Frauengefängnisses Hoheneck gestorben. Die 80 Jahre alte Journalistin erlag am Sonntag in Köln einer schweren Krankheit, wie der Verein Archiv Bürgerbewegung Leipzig unter Berufung auf den Sohn Thiemanns mitteilte. Ihr Tod sei ein großer Verlust, sie werde "bei der Aufarbeitung der Kommunistischen Diktatur und deren Verbrechen, aber auch im Kampf gegen die Verharmlosung und Verklärung der DDR-Geschichte" sehr fehlen. Das Archiv will ihren Nachlass und ihr Forschungsarchiv erschließen und der Forschung zur Verfügung stellen.

Thiemann, Jahrgang 1937, stammte aus Dresden. Mit ihrem Mann, dem Fußballer und Sportjournalisten Klaus Thiemann, plante sie Anfang der 1970er Jahre die Flucht in den Westen. Sohn Carsten schickten sie voraus, das Auto mit dem Elfjährigen wurde 1972 am Berliner Grenzübergang Invalidenstraße angehalten. Die Mutter nahm alle Schuld auf sich und wurde 1973 wegen Republikflucht verurteilt. Zweieinhalb Jahre war sie in Hoheneck, danach kaufte der Westen sie frei.

Ab 1978 arbeitete Ellen Thiemann als Redakteurin beim "Express" in Köln. Nach dem Mauerfall erfuhr sie, dass ihr Mann jahrelang IM der Stasi war, sie suchte nach Verantwortlichen und berichtete an Schulen über die unmenschlichen Zustände im ehemaligen Frauengefängnis. "Sie gab damit den Opfern der DDR-Diktatur eine Stimme", so der Verein.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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