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Koenig-Streit: Historiker Wolffsohn kritisiert Stadt

Landshut  

Koenig-Streit: Historiker Wolffsohn kritisiert Stadt

29.07.2018, 11:13 Uhr | dpa

Koenig-Streit: Historiker Wolffsohn kritisiert Stadt. Bildhauer Fritz Koenig neben Modell eines seiner Werke

Der Bildhauer Fritz Koenig legt seine Hand auf das kugelförmige Modell "Sphäre". Foto: Armin Weigel/Archiv (Quelle: dpa)

Der Umgang mit dem künstlerischen Erbe des Bildhauers Fritz Koenig (1924-2017) sorgt in Landshut seit Monaten für Diskussionen. Der Münchner Historiker Michael Wolffsohn sieht nun Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und die Landespolitik am Zug. "Wer Bayern etwas Gutes tun will, der hat hier eine Chance. Und wer diese Chance nicht ergreift, der versündigt sich an Bayern." Wolffsohn, der mehr als 20 Jahre lang mit Koenig befreundet war, fordert ein touristisches Konzept. Der Ganslberg, Koenigs Wohn- und Arbeitssitz, müsse erhalten werden.

"Da lässt sich doch ein modernes, gehaltvolles Paket schnüren. Dieser Weltkünstler und dazu die wunderschöne Stadt Landshut - ein vielen unbekanntes Juwel." Der Historiker findet es unfassbar, wie wenig daraus gemacht werde. Zumal angesichts der Tatsache, dass in einem der weltweit angesehensten Museen, den Uffizien in Florenz, gerade eine große Koenig-Retrospektive gezeigt wird. Dort sollten sich Söder und Kunstministerin Marion Kiechle (CSU) ansehen, "wie Weltkunst aus Bayern präsentiert werden muss", fordert Wolffsohn.

Wie die Stadt Landshut mit dem Werk Koenigs umgehe, werde diesem nicht gerecht, kritisiert Wolfssohn und spricht von einer "kleinkarierten Führung". Natürlich könne man "auf Provinzniveau spielen", jedoch sei das bei einem Weltkünstler wie Koenig völlige Verschwendung. Wer aus dem Koenig-Erbe nichts mache, schade Landshut und Bayern kulturell und wirtschaftlich.

Zu den anhaltenden Diskussionen um die Leitung des Skulpturenmuseums in Landshut und um die Maria- und Fritz-Koenig-Stiftung sagte Wolffsohn, mögliche persönliche Feindschaften und Rivalitäten sollten hier keine Rolle spielen.

Vor einem Jahr hat Landshuts Oberbürgermeister Alexander Putz (FDP) das bis dahin eigenständige Skulturenmuseum den Städtischen Museen und somit deren Direktor Franz Niehoff zugeordnet. Dieser Schritt hat in der Stadt für heftige Kritik gesorgt.

Niehoff ist nun der bisherigen Leiterin des Skulpturenmuseums, Stefanje Weinmayr, vorgesetzt. Sie gilt als Vertraute Koenigs und Kennerin seines Werkes. Koenig und Niehoff dagegen galten als heillos zerstritten. Koenig-Kenner werfen Niehoff vor, den Künstler und sein Werk degradieren zu wollen. OB Putz dagegen betonte schon vor Wochen, Landshut würdige Koenig - "einen Künstler von Weltrang" - in diesem Jahr mit mehreren Ausstellungen.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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