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Warten auf "Storli": Leichtathletik-EM in der Berliner City

Berlin  

Warten auf "Storli": Leichtathletik-EM in der Berliner City

08.08.2018, 11:29 Uhr | dpa

Warten auf "Storli": Leichtathletik-EM in der Berliner City. David Storl

David Storl aus Deutschland in Aktion. Foto: Kay Nietfeld (Quelle: dpa)

Cherno Jobatey mühte sich redlich um Stimmung. Als am Dienstagabend die Live-Übertragung der Leichtathletik-EM aus dem Olympiastadion in Berlin zu Ende war, griff der Moderator zum Mikrofon. In der improvisierten Arena auf dem Breitscheidplatz, wo eine Event-Meile etwas Wettkampfstimmung in die Stadt bringen soll, ging die Party weiter. Da waren sechs Kilometer Luftlinie entfernt die deutschen Stars Gina Lückenkemper, David Storl & Co. schon längst in der Kabine.

"Sport und Entertainment" seien jetzt an der Reihe, verkündete Jobatey an der Gedächtniskirche. Mit Hilfe seiner Band und einer Plauderrunde, zu der er auch den früheren Box-Weltmeister Arthur Abraham auf die Bühne holte, musste Jobatey die Zeit bis zur Siegerehrung für die 50 Kilometer Gehen überbrücken.

Sechs Entscheidungen auf der Straße und 38 Medaillenvergaben stehen in der Neben-Kampfstätte in der Berliner City-West diese Woche während der EM auf dem Programm. Mit Public Viewing und etwas Show will die Leichtathletik damit neue Wege zum Publikum finden. Die Rechnung scheint auch aufzugehen, wenn die Wettkämpfe nur über die Leinwände zu sehen sind. Das Publikum jubelt mit, klatscht.

"Tolle Stimmung hier", sagte etwa Rosi, eine Berliner Rentnerin, die wegen "Storli" gekommen war. Dem Kugelstoßer David Storl, der sich seine Bronze-Medaille im entfernten Olympiastadion sicherte. Egal. "Ich mag alles, was mit Sport zu tun hat", sagte die frühere Stenotypistin und Anhängerin des FC Union.

Einen Tag hatte der Leipziger sich die Qualifikation noch auf dem Breitscheidplatz gesichert, vor 3000 Menschen auf den Tribünen zwischen Bikini-Haus und Glockenturm. Aber auch am Dienstagabend war die Haupttribüne vor der Riesenleinwand gut gefüllt. Bei Bier, Pommes und tropischen Temperaturen schauten sich Sportfans und Passanten an, wie etwa Gina Lückenkemper Silber über die 100 Meter holte.

Zu den Zuschauern gehörte auch Meinolf (61). Der Bahnmitarbeiter aus Schönwalde bei Berlin hatte sich mit seiner Frau nach Dienstschluss spontan zur Fahrt auf den Breitscheidplatz entschieden. Er wolle etwas EM-Luft schnuppern, die Tickets für das Olympiastadion seien ihm zu teuer. Nun klatschte er mit, wenn ihn auf der Leinwand "Storli" vor einem Wurf dazu ermunterte.

Rund um den Platz herrschen während der EM erhöhte Sicherheitsvorkehrungen. Betonpoller, Gitter und viel Polizei schirmen den Platz ab. Am 19. Dezember 2016 war ein Terrorist mit einem Sattelzug auf den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche gerast und hatte damit zwölf Menschen getötet, 55 weitere wurden zum Teil schwer verletzt. Ein Mahnmal mit den Namen der Opfer und Blumen erinnern gleich vor der Gedächtniskirche an diese tragische Nacht. Das Leben an dem Ort gehe weiter, sagte der Berliner Opferbeauftragte Roland Weber. Ein Stück Normalität eben.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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