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Tonne: Rund 2000 Lehrer müssen an anderen Schulen aushelfen

Hannover  

Tonne: Rund 2000 Lehrer müssen an anderen Schulen aushelfen

08.08.2018, 13:19 Uhr | dpa

Tonne: Rund 2000 Lehrer müssen an anderen Schulen aushelfen. Grant Hendrik Tonne

Grant Hendrik Tonne (SPD), Kultusminister in Niedersachsen, gestikuliert während eines Interviews. Foto: Peter Steffen/Archiv (Quelle: dpa)

Rund 2000 Lehrer müssen zum Start des neuen Schuljahres in Niedersachsen an anderen Schulen als ihrer Stammschule unterrichten. Die Unterrichtsversorgung stelle ihn angesichts eines höheren Bedarfs nicht zufrieden, erklärte Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) am Mittwoch in Hannover. Einige Lehrer arbeiten nun zwar weiter an ihrer Schule, betreuen aber im neuen Schuljahr auch Kurse an einer anderen Schule.

Diese Abordnungen bewegen sich im am Donnerstag beginnenden Schuljahr damit auf einem Niveau von 18 500 Stunden. Zum Vergleich: Zu Beginn des vergangenen Schuljahres waren im September 2017 rund 20 700 Stunden abgeordnet worden. Landesweit gibt es derzeit rund 70 000 Lehrer an den allgemeinbildenden Schulen, von den Abordnungen sind somit knapp drei Prozent betroffen. Das Ministerium war Tonne zufolge zunächst von einer geringeren Zahl ausgegangen, doch die aktuelle Anzahl sei nötig, damit an allen Schulformen möglichst wenig Unterricht ausfalle. Vor allem in der Sekundarstufe 1 fehlen Lehrer.

An Haupt-, Real-, und Oberschulen liegt die Unterrichtsversorgung bei etwa 95 Prozent. "Die Situation hat sich weiter verschärft", sagte Tonne. An den weiterführenden Schulen sei die Lage an Gymnasien am besten. Sie sind im Schnitt mit rund 100 Prozent Unterrichtsversorgung ausgestattet. Deshalb werden unter anderem rund 400 Gymnasiallehrer mit rund 2660 Stunden an Grundschulen abgeordnet. 4700 Stunden wandern vom Gymnasium an Haupt-, Real- und Oberschulen, 2300 vom Gymnasium an Integrierte und Kooperative Gesamtschulen im Land.

Im neuen Schuljahr beginnen nach aktuellem Stand 1883 neue Lehrer ihren Dienst, ausgeschrieben sind 2000 Stellen. "Das ist ein gutes Zwischenergebnis", sagte Tonne. Etwa 12 Prozent der neuen Lehrer, rund 230, sind Quereinsteiger. "Dieses Potenzial müssen wir auch in Zukunft nutzen", betonte der Minister. Das Einstellungsverfahren läuft bis Ende August. Es könnte zum ersten Mal verlängert werden, falls zum Ende des Monats noch Bewegung im Bewerbungsverfahren ist.

Die Unterrichtsversorgung in den Grundschulen habe sich gegenüber dem Schuljahr 2017/18 kaum verbessert, bemängelt der Verband Niedersächsischer Lehrkräfte (VNL/VBE). "Und dies trotz Kürzung der Förderstunden, trotz Wegfalls von Sprachlernklassen und trotz Einkassierens der Stunden für die Sprachförderung vor der Einschulung", kritisierte VBE-Landesvorsitzender Franz-Josef Meyer.

"Ich bin noch lange nicht an dem Punkt angekommen, wo ich hin möchte", gestand Tonne ein. Ziel sei, dass der Beruf des Lehrers wieder attraktiver wird. Um Nachwuchspädagogen zu gewinnen, ist unter anderem eine Imagekampagne geplant. Zudem will der Kultusminister es pensionierten Lehrern leichter machen, künftig statt bisher im Schnitt 7 bis zu 15 Stunden pro Woche zu unterrichten. "Schon jetzt gibt es eine ordentliche Resonanz der Pensionäre", sagte Tonne.

Das Kabinett beschäftige sich zudem mit der Besoldungssituation. Das unterschiedlich hohe Gehalt steht schon länger in der Kritik. Während Gymnasial-, Förder- und Berufsschullehrer in Niedersachsen einen Beamtensold in Höhe von A13 bekommen, werden Lehrer an Grund-, Haupt- und Realschulen nach A12 bezahlt. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert "A13 für alle".

Auch einige Politiker sprechen sich für eine stärkere Entlastung der Lehrer aus: Mareike Wulf, die bildungspolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion, forderte, Lehrkräfte schnellstmöglich von Verwaltungsaufgaben zu entlasten, damit sie mehr Zeit für Unterricht bekommen. Für Lehrer ab 55 Jahren müsse es künftig die Möglichkeit geben, die Arbeitszeit zu reduzieren, forderte Björn Försterling, bildungspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion. So könne man den zahlreichen Früh-Pensionierungen entgegenwirken. Auch die Grünen-Fraktion übte Kritik: Es fehlten "Konzepte, um die Herausforderungen bei der Inklusion zu bewältigen, der Überlastung der Lehrkräfte zu begegnen und die Qualität des Unterrichtes zu verbessern", hieß es.

Im Land Bremen ist die Situation zum Schuljahresstart weniger angespannt. Dort beginnen 308 neue Lehrer ihren Dienst. 50 Stellen bleiben unbesetzt. Sie sollen zunächst durch Kooperationen und Vertretungen zwischen den einzelnen Schulen gedeckt werden, formale Abordnungen gibt es nach den Worten der Bildungssenatorin es nicht.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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