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Ehemalige Heimkinder berichten von Arbeitszwang in Korntal

Korntal-Münchingen  

Ehemalige Heimkinder berichten von Arbeitszwang in Korntal

14.08.2018, 10:54 Uhr | dpa

In den Heimen der Evangelischen Brüdergemeinde Korntal in Baden-Württemberg haben Kinder einem Bericht zufolge nicht nur sexualisierte Gewalt, sondern auch Arbeitszwang erlebt. Das ARD-Magazin "Report Mainz" berichtet, im Auftrag der Brüdergemeinde habe der Wissenschaftler Benno Hafeneger von der Universität Marburg die Akten zu Korntal ausgewertet. "In den 50er, 60er und Anfang der 70er Jahre sind Kinder systematisch in die Arbeit hineingezwungen worden", sagte er dem Magazin. "Wenn die Kinder ihre Arbeit nicht ordentlich gemacht haben oder nicht so schnell, nicht so systematisch, wie das erwartet wurde, sind sie auch bestraft worden."

Im Juni hatten Experten einen Abschlussbericht zur körperlichen und sexualisierten Gewalt in Korntal vorgelegt. Von mehr als hundert Betroffenen gaben rund 63 Prozent an, Arbeitszwang in Korntal erlebt zu haben. Laut "Report Mainz" hat die Brüdergemeinde mittlerweile Anerkennungsleistungen in Höhe von 1000 bis 20 000 Euro an ehemalige Heimkinder gezahlt. Betroffene sagten dem Magazin, sie empfänden die Summen als Hohn, weil sie nicht angemessen seien.

Die evangelische Brüdergemeinde Korntal im Kreis Ludwigsburg wurde 1819 gegründet. Die Mitglieder zählen sich zu den Pietisten, die als besonders konservative Strömung im Protestantismus gelten. Die Brüdergemeinde hat nach eigenen Angaben 1500 Mitglieder, davon leben 800 bis 900 in Korntal. Bis zu 300 Heimkinder haben nach Angaben von Opfergruppen in den 1950er bis 1980er Jahren Gewalt und sexuellen Missbrauch in Korntal erlebt. Die Fälle wurden vor rund vier Jahren von einem der Opfer, Detlev Zander, öffentlich gemacht.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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