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Pendlerhauptstadt Frankfurt vor dem Verkehrskollaps

Frankfurt am Main  

Pendlerhauptstadt Frankfurt vor dem Verkehrskollaps

04.09.2018, 01:34 Uhr | dpa

Pendlerhauptstadt Frankfurt vor dem Verkehrskollaps. Industrie- und Handelskammer

Das Logo und der Schriftzug der Industrie- und Handelskammer (IHK) sind an einer Außenwand zu sehen. Foto: Uwe Zucchi/Archiv (Quelle: dpa)

Frankfurt ist einer Studie zufolge die Pendlerhauptstadt Deutschlands. In keiner anderen Großstadt ist der Anteil der Einpendler an den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten so hoch wie hier, wie aus einer Studie hervorgeht, die die Industrie- und Handelskammer (IHK) Frankfurt am Dienstag vorlegte. "Fast zwei Drittel aller in Frankfurt Beschäftigten wohnen nicht in der Stadt", sagte der IHK-Präsident Mathias Müller. Nur Düsseldorf und Stuttgart erreichten ähnlich hohe Werte.

Zum Großraum Frankfurt/Rhein-Main zählt die "Stau- und Pendlerstudie 2018" insgesamt 25 Städte und Kreise zwischen Gießen, Bingen, Bergstraße und Aschaffenburg. In dieser Region wohnen 2,2 Millionen Beschäftigte. Jeder zweite davon pendelt der Auswertung zufolge über Kreisgrenzen hinweg zur Arbeit.

Als Grund für die hohe Pendlerdichte nannte Müller den Boom auf dem Arbeitsmarkt. Allein in den vergangenen drei Jahren seien 170 000 neue Jobs in der Metropolregion entstanden - und das nicht nur in Frankfurt, sondern zum Beispiel auch in Kreisen wie Alzey-Worms in Rheinland-Pfalz. Laut Studie pendelt jeder fünfte Arbeitnehmer aus Mainz nach Wiesbaden oder Frankfurt. "Das allein sind täglich mehr als 16 000 Menschen", sagte Müller. In Frankfurt machen 362 450 Einpendler aus der 750 000-Einwohner-Stadt tagsüber eine Millionenmetropole.

Die wirtschaftliche Dynamik sei erfreulich - aber die vielen Pendler hätten gravierende Folgen für den Verkehr, sagte Müller. "Auf den Schienen und den Straßen der Region wird deutlich, dass die Kapazitätsgrenzen vielerorts bereits erreicht oder sogar schon überschritten sind." Die vielen Staus und - notwendigen - Baustellen seien "ein hohes wirtschaftliches Risiko für die Region".

Die Mittel für den Straßenbau reichen aus Sicht der IHK nicht aus. Der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs sei erfreulich, dauere aber zu lang. "Sämtliche Planungs- und Genehmigungsprozesse sind zu beschleunigen", forderte Müller. Dazu gehöre auch eine Beschränkung auf eine Klageinstanz. Die IHK fordert die hessische Landesregierung auf, das Planungsbeschleunigungsgesetz der Bundesregierung zu unterstützen und ein Pilotprojekt in der Region zu initiieren.

Für die Studie wurden Statistiken der Bundesagentur für Arbeit, Einwohnerdaten von drei Statistischen Landesämtern und Staudaten des ADAC Hessen-Thüringen verwendet. Eigene Erhebungen wurden nicht durchgeführt. An der "Stau- und Pendlerstudie 2018" waren auch die IHK Darmstadt Rhein Main Neckar und die Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main beteiligt, die sich zur Initiative "Perform Zukunftsregion FrankfurtRheinMain" zusammengeschlossen haben.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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