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Frust und Langeweile? Steinleger vor Gericht

Bremen  

Frust und Langeweile? Steinleger vor Gericht

17.09.2018, 15:02 Uhr | dpa

Frust und Langeweile? Steinleger vor Gericht. Prozessauftakt gegen Steineleger

Steine und ein Holzbrett mit Nägeln liegen auf einem Tisch. Foto: Mohssen Assanimoghaddam (Quelle: dpa)

Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft sind sie heimtückisch vorgegangen: Zwei junge Männer sollen nachts Hindernisse auf vielbefahrenen Straßen in Bremen abgelegt haben. Bei einem Unfall wurde eine Frau verletzt, in anderen Fällen kamen die Autofahrer mit dem Schrecken davon. Durch Kollisionen und riskante Ausweichmanöver entstand an vielen Fahrzeugen zum Teil erheblicher Schaden. Seit Montag müssen sich zwei 24 und 25 Jahre alte Deutsche vor dem Landgericht Bremen wegen versuchten Mordes verantworten.

Die beiden Männer halten sich eine Zeitung beziehungsweise eine Mappe vors Gesicht, als sie in Handschellen in den Gerichtssaal geführt werden. Sie wollen nicht auf den Bildern erkannt werden, die Fotografen und Kameraleute von ihnen aufnehmen. Die Bremer sitzen seit ihrer Festnahme im März in Untersuchungshaft.

Sie machen zum Prozessauftakt einen gepflegten Eindruck, beide tragen Hemden, sind schlank, ihre Haare sind kurz geschnitten. Der jüngere der beiden gibt auf die Frage des Vorsitzenden Richters nach der zuletzt ausgeübten Tätigkeit an, er habe als Sport- und Fitnesskaufmann gearbeitet. Der andere sagt, er sei arbeitslos gewesen. Als Motiv nannten die Angeklagten bei ihrer Festnahme Langeweile, Frust und Beziehungsstress.

Staatsanwalt Arne Kluger wirft ihnen vor, über 20 Mal an unübersichtlichen Stellen auf Fahrbahnen klobige Hindernisse platziert zu haben: Ziegelsteine, Gehwegplatten, Bakenfüße, Betonstücke, Nagelbretter. "Ihnen war klar, dass dabei ein Unglück hätte passieren können", sagt Kluger. Einmal sollen sie einen 30 Kilogramm schweren Ständer für Verkehrsschilder hochkant auf einen Autobahnzubringer gestellt haben.

Auf die Idee zu den Taten sollen die langjährigen Freunde gekommen sein, als sie Zeugen eines Unfalls wurden: Ein Fahrzeug war mit einem auf der Straße abgestelltem Sofa kollidiert. Im Sommer 2015 sollen sie dann ihre eigenen Taten begonnen haben. In einem Fall geriet eine Fahrerin mit ihrem Auto ins Schleudern, weil sie einem Hindernis ausweichen musste. Das Fahrzeug kippte um, die Frau wurde verletzt. Die Angeklagten seien daraufhin "geschockt" gewesen und seien zunächst getrennte Wege gegangen, sagt Kluger. Doch 2017 sollen sie mit ihren Taten wieder angefangen haben. Spätestens da aber hätten sie gewusst, was passieren konnte. Auf die Schliche gekommen waren die Ermittler den beiden durch ein Nagelbrett, an dem sich die DNA eines der Tatverdächtigen befand.

Nach Verlesung der Anklageschrift ist der erste Prozesstag bereits vorbei. Die junge Männer sollen zu einem späteren Zeitpunkt die Gelegenheit bekommen, sich zu äußern. Die Eltern, die auf den Zuschauerrängen die Verhandlung verfolgt haben, dürfen kurz zu den Angeklagten, um sie zu umarmen. Am Freitag wird der Prozess fortgesetzt.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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