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Bischof fordert Veränderungen in Kirchen-Strafrecht

Mainz  

Bischof fordert Veränderungen in Kirchen-Strafrecht

29.09.2018, 09:13 Uhr | dpa

Bischof fordert Veränderungen in Kirchen-Strafrecht. Bischof Peter Kohlgraf

Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf. Foto: Arne Dedert/Archiv (Quelle: dpa)

Als Folge des Missbrauchskandals der katholischen Kirche fordert der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf Veränderungen im kirchlichen Strafrecht. Im Gespräch mit den Zeitungen der VRM ("Mainzer Allgemeine"/"Wiesbadener Kurier") kritisierte Kohlgraf die bisher oft sehr milden Sanktionen. Dass das Kirchenrecht von "sexuellen Vergehen" spreche, wenn Missbrauch gemeint sei, halte er für indiskutabel. Es gehe um "Verbrechen, und als solche müssen sie bezeichnet werden", betonte Kohlgraf.

"Die Weltkirche ist gefragt, wir müssen den Katalog der Kirchenstrafen überdenken, und wir brauchen zudem einheitliche Standards", sagte der Oberhirte des Bistums Mainz, das zu zwei Dritteln in Hessen und zu einem Drittel in Rheinland-Pfalz liegt. Details zu möglichen Änderungen im Kirchen-Strafrecht nannte Kohlgraf nicht, wie sein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.

Besonders perfide ist es laut dem Bischof, dass manche zu Tätern gewordene Priester ihre Taten religiös verbrämt hätten, wie es weiter in dem Zeitungsbericht heißt. Am meisten erschüttert habe ihn die große Zahl der Missbrauchsfälle, bekannte der Oberhirte. Er forderte, dass katholische Internate, Heime, Kitas, Ordensgemeinschaften und Chöre, die von der Studie nicht erfasst wurden, nun in den einzelnen Diözesen auf Missbrauchsfälle untersucht werden.

In der bundesweiten Studie über sexuellen Missbrauch katholischer Kleriker an Kindern und Jugendlichen waren jahrzehntelange Verbrechen penibel dokumentiert worden. Zwischen 1946 und 2014 sollen mindestens 1670 katholische Geistliche 3677 meist männliche Minderjährige missbraucht haben - und das sei nur die nachweisbare "Spitze des Eisbergs".

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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