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Schleswig-Holstein: Prozess gegen falsche Polizisten beginnt

Kiel  

Schleswig-Holstein: Prozess gegen falsche Polizisten beginnt

08.10.2018, 15:29 Uhr | dpa

Schleswig-Holstein: Prozess gegen falsche Polizisten beginnt. Statue der Justitia

Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand. Foto: David-Wolfgang Ebener/Archiv (Quelle: dpa)

Falsche Polizisten haben in Schleswig-Holstein in den letzten Jahren Millionensummen am Telefon ergaunert - jetzt stehen deshalb erstmals im Land zwei Männer vor Gericht. Sie sollen als sogenannte Abholer für einen Hintermann, gegen den noch weiter ermittelt wird, über 200 000 Euro an sich gebracht haben, wie die Staatsanwaltschaft am Montag mitteilte. Der Prozess gegen die beiden Angeklagten, zwei Türken im Alter von 23 und 26 Jahren, startet an diesem Mittwoch. Zunächst hat das Landgericht Kiel nur einen Verhandlungstag angesetzt. Im Falle einer Verurteilung sind Haftstrafen von sechs Monaten bis zu zehn Jahren möglich.

Nach Ermittlungen des Landeskriminalamtes und der Kriminalpolizei Hannover sei es gelungen, die Abholer und einen Hintermann in Deutschland zu ermitteln und zu verhaften, hieß es. Seit Jahren häufen sich im Norden Fälle von Anrufen angeblicher Polizisten. Opfer sind überwiegend alte Menschen. Die Staatsanwaltschaft erläutert die Masche: Die Täter nutzen eine Software, die beim Angerufenen im Display Rufnummern mit deutscher Vorwahl erscheinen lässt, zum Beispiel der örtlichen Polizei. Am Telefon geben sie sich als Mitarbeiter der Polizei, des Bundeskriminalamtes oder sogar als Staatsanwälte aus. Sie drohen mit einem vermeintlich bevorstehenden Raubüberfall einer Bande aus Osteuropa und bringen Angerufene so dazu, angeblichen Polizisten Geld, Schmuck und Gold zu übergeben.

Der dadurch bekannt gewordene Gesamtschaden beläuft sich seit 2016 in Schleswig-Holstein auf mindestens drei Millionen Euro. Das LKA hat im Februar eine Sonder-Ermittlungsgruppe mit dem Ziel gebildet, die Verantwortlichen in den kriminellen Strukturen zu identifizieren. Die Ermittlungen ergaben, dass die Anrufer meist aus Call Centern im Ausland agieren, oft in der Türkei. Sie arbeiten mit Abholern und Hintermännern zusammen, die in Deutschland ansässig sind.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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