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16-jähriges Opfer in die Saar geworfen: Angeklagter schweigt

Saarbrücken  

16-jähriges Opfer in die Saar geworfen: Angeklagter schweigt

17.10.2018, 02:00 Uhr | dpa

16-jähriges Opfer in die Saar geworfen: Angeklagter schweigt. Landgericht Saarbrücken

Die Richterbank eines Saals im Landgericht. Foto: Oliver Dietze/Archiv (Quelle: dpa)

Der 18-Jährige, dem vorgeworfen wird, einen Jugendlichen bewusstlos geschlagen und dann in die Saar geworfen zu haben, schweigt vor Gericht. Seit Mittwoch muss sich der Deutsche wegen Totschlags vor der Jugendkammer des Landgerichts Saarbrücken verantworten. Das Opfer, ein 16-Jähriger aus Pakistan, war erst nach einer halben Stunde aus der Saar geborgen worden und anschließend an Sauerstoffmangelversorgung des Gehirns gestorben. Auf Anraten seines Verteidigers machte der Angeklagte weder Angaben zu seiner Person, noch zu den Anschuldigungen.

Laut Anklage war das spätere Opfer mit seinem Freund auf eine Gruppe rund um den Angeklagten getroffen. Dort habe es eine Auseinandersetzung um Haschisch gegeben, weil der Freund die gewünschten Drogen nicht bezahlen konnte. Der 18-Jährige soll den Schüler, der den Streit zwischen zwei anderen Kontrahenten schlichten wollte, erst mit einem Faustschlag bewusstlos geschlagen und danach noch zwei Mal auf den Boden geschlagen haben. Dann soll er sein bewusstloses Opfer über einen Grünstreifen zur Saar geschleift und dort ins Wasser geworfen haben. Der 16-Jährige war sofort untergegangen und konnte erst eine halbe Stunde später geborgen werden.

Die Mutter des Angeklagten machte am Mittwoch von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch. Als sie danach vom Zeugenstuhl aufstand, sagte sie: "Mein Beileid gilt den Angehörigen."

Die Mutter des Opfers ist Nebenklägerin und wird von Khubaib Ali Mohammed vertreten, ein Rechtsanwalt mit pakistanischen Wurzeln, der auch Opfer in den Prozessen um den Anschlag auf dem Berliner Breitscheidplatz, die NSU-Morde und das Loveparade-Unglück vertreten hat. Seiner Ansicht nach ist bei dem Saarbrücker Fall "eine neue Dimension von Jugendgewalt" deutlich geworden. Die Hemmschwelle sei weiter gesunken, die Tötung eines Menschen habe keinen großen Stellenwert mehr, sagte er vor Journalisten.

Die Öffentlichkeit wurde am Mittwoch von der Vernehmung mehrerer minderjähriger Zeugen, die bei der Auseinandersetzung dabei waren, ausgeschlossen. Während Mohammed nach den Zeugenaussagen den Anklagevorwurf bestätigt sah, sieht Verteidiger Christian Kessler nach eigener Aussage nun "erhebliche Zweifel", dass sich alles so abgespielt habe, wie in der Anklage geschildert.

Der Prozess wird am 8. November mit zwei weiteren Zeugenaussagen fortgesetzt. Mit einem Urteil dürfte nach Auskunft einer Gerichtssprecherin am 12. November zu rechnen sein.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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