Sie sind hier: Home > Regional >

Bestechungsvorwürfe: Manager sollen kassiert haben

Mühlhausen/Thüringen  

Bestechungsvorwürfe: Manager sollen kassiert haben

17.10.2018, 13:00 Uhr | dpa

Bestechungsvorwürfe: Manager sollen kassiert haben. Eine Bronzestatue der Justitia

Eine Bronzestatue der Justitia steht in Frankfurt am Main. Foto: Arne Dedert/Archiv (Quelle: dpa)

Reparaturen, Fahrgastinfokästen und Klimaanlagen: Mit diesen Extras für Nahverkehrsbusse in Mittel- und Westthüringen ließ sich nach Auffassung der Erfurter Staatsanwaltschaft Schmiergeld verdienen.

Zu Prozessauftakt am Mittwoch vor dem Mühlhausener Landgericht haben alle fünf angeklagten Manager angekündigt, sich zu den Bestechungs- und Untreuevorwürfen zu äußern. Den 48 bis 64 Jahre alten Männern werden mehr als 20 Fälle der Bestechlichkeit, Untreue, Bestechung und wettbewerbswidrige Absprachen zur Last gelegt. In allen vorgeworfenen Fällen geht es um Anschaffungen von Bussen.

Die Ermittlungen kamen vor fast fünf Jahren durch einen anonymen Hinweis ins Laufen. 2016 saßen alle fünf jetzigen Angeklagten für einige Monate wegen Fluchtgefahr in Untersuchungshaft.

An allen Taten soll ein Busvermittler aus Schwetzingen (Baden-Württemberg) beteiligt gewesen sein. Den beiden ehemaligen Geschäftsführern aus Apolda und Greiz werden zwölf beziehungsweise zehn Straftaten zur Last gelegt. Zwei weitere Mitangeklagte aus Rheinland-Pfalz sollen bei der Tatausübung geholfen und ebenfalls Schmiergeld kassiert haben, wie Oberstaatsanwalt Joachim Becker sagte.

Im Zusammenhang mit Käufen und Leasingverträgen sowie erfundene Reparaturen sollen zwischen 2010 und 2014 überhöhte oder Scheinrechnungen geschrieben worden sein. Die Gewinne sollen sich die jeweils Beteiligten untereinander aufgeteilt haben. Die Anklageschrift geht von einem Schaden von fast einer halben Million Euro aus. Die drei Haupttäter sollen jeweils bis zu 200 000 Euro an Schmiergeld kassiert haben.

Laut Anklageschrift haben mehrere Thüringer Nahverkehrsunternehmen die Busse eines türkischen Herstellers zu überhöhten Preisen angeschafft. Betroffen sind die Personenverkehrsgesellschaft mbH Weimarer Land, der RVG Regionalverkehr Gera/Land GmbH sowie der PRG Personen- und Reiseverkehrs GmbH Greiz.

Verhandelt wird aber nur ein Teil der Unregelmäßigkeiten, da laut Becker einige Taten bereits verjährt und eine ursprüngliche Anklageschrift bereits minimiert wurde. Nach Angaben des Gerichts stehen neun Prozesstage bis Januar 2019 fest. Der Prozess wird am 30. Oktober 2018 fortgesetzt.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail


shopping-portal