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Musste 22-Jährige im Streit ums Sorgerecht sterben?

Backnang  

Musste 22-Jährige im Streit ums Sorgerecht sterben?

22.10.2018, 11:43 Uhr | dpa

Musste 22-Jährige im Streit ums Sorgerecht sterben?. Gerichtsverhandlung wegen Gartenmordes

Gerichtsverhandlung wegen Schrebergartenmordes. Foto: Roland Böhm (Quelle: dpa)

Gut ein Jahr nach dem Fund der verkohlten Leiche einer jungen Mutter nahe Ludwigsburg muss sich seit Montag ihr Ex-Partner wegen Mordes vor dem Landgericht Stuttgart verantworten. Der 25 Jahre alte Deutsche soll die Frau im November 2017 getötet haben. Laut Anklage tobte zwischen beiden ein erbitterter Streit um das Sorgerecht für ihren gemeinsamen Sohn. Der Junge war zur Tatzeit noch kein Jahr alt. Am Tag nach der Tat sollte es den Angaben zufolge zu einem möglicherweise entscheidenden Gerichtstermin kommen.

Zum Auftakt des Prozesses am Montag will sich der Angeklagte zu den Vorwürfen nicht äußern. Im Karohemd und mit dickem Schal nimmt der Angeklagte am Montag auf der Anklagebank Platz. Dunkle Brille, Kinnbart, die Haare hat er an den Seiten kurz geschoren. Die Verlesung der Anklage verfolgt er aufmerksam, sagen möchte er zu seinem Leben und zum Mordvorwurf jedoch zunächst nichts.

Wie es in der Anklage heißt, hat sich der Kurierfahrer das gemeinsame Sorgerecht für den Sohn durch Unterschriften- und Urkundenfälschung erschlichen. Nach Auskunft von Ermittlungsbeamten auch mit dem Ziel, bei einer anstehenden Haftstrafe wegen diverser Betrugsdelikte Erleichterungen wie Freigang erwirken zu können. Die 22-Jährige wollte das alleinige Sorgerecht für ihren Sohn. Sie war auch Mutter eines Schulkindes, allerdings von einem anderen Mann.

November 2017: Nach der 22-jährigen Frau aus Strümpfelbach bei Backnang wird gut eine Woche lang mit großem Aufwand gesucht. Die Eltern haben sie als "spurlos verschwunden" gemeldet. Durchsuchungen mit Spürhunden und Polizeihubschrauber auch auf einer Mülldeponie bringen die Ermittler zunächst nicht weiter. Dann wird erst der Ex-Partner unter dringendem Tatverdacht festgenommen und wenig später die Leiche gefunden - in einem Schrebergarten im Kreis Ludwigsburg, rund 40 Autominuten vom Wohnort der 22-Jährigen entfernt. Die Leiche liegt auf einem Komposthaufen, war zuvor anderswo in Brand gesetzt worden, wie ein Ermittlungsbeamter am Montag berichtet.

Die Beweise gegen den 25-Jährigen wirken am Montag erdrückend: So hat die Polizei GPS-Daten eines Leasingfahrzeugs gesichert, mit dem der Angeklagte unterwegs war. Handydaten und DNA-Spuren gibt es auch.

Ein Paar sind beide zwischen Oktober 2014 und Juni 2017. Anfang 2016 ziehen sie gemeinsam nach Strümpfelbach, im Dezember kommt ihr gemeinsamer Sohn zur Welt. Einblicke in die Zeit zwischen dem Verschwinden der 22-Jährigen und dem Auffinden ihrer Leiche bekommt die Öffentlichkeit durch diverse sorgenvolle Anrufe etwa vom älteren Bruder bei der Polizei, die abgespielt werden.

Ältere Gerichtsprotokolle dokumentieren das unstete Leben des Angeklagten: Demnach zog er mit 19 Jahren daheim aus, machte einen Realschulabschluss, brach aber diverse Ausbildungen ab und hielt sich mit Jobben mal hier mal da über Wasser - unter anderen als Testkäufer. Ausbildung: keine, steht in den Gerichtsakten. Seine wirtschaftliche Situation wird mit "desolat" angegeben. Er sei zuletzt Kurierfahrer gewesen, gibt er zum Prozessauftakt an, bevor er sich auf sein Aussageverweigerungsrecht beruft.

Das Landgericht hat insgesamt zehn Verhandlungstage bis zum 5. Dezember terminiert. Fünf Zeugen sollen gehört werden.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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