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Die "Kristallnacht" von 1938: Ausstellung

Berlin  

Die "Kristallnacht" von 1938: Ausstellung

06.11.2018, 15:56 Uhr | dpa

Die "Kristallnacht" von 1938: Ausstellung. Ausstellung "Kristallnacht"

Blick auf ein Foto in der Ausstellung "Kristallnacht". Foto: Jörg Carstensen (Quelle: dpa)

Mit der "Kristallnacht" am 9. November 1938 begann die systematische Verfolgung der Juden in Deutschland. Synagogen wurden angezündet, Geschäfte geplündert, jüdische Bürger verfolgt und Zehntausende deportiert. Rund 100 Menschen wurden ermordet. Zum 80. Jahrestag zeichnet die Ausstellung "Kristallnacht" in Berlin nun den antijüdischen Terror vom November 1938 nach und porträtiert Opfer, aber auch Täter.

Am Beispiel von Orten wie Guntersblum (Rheinland-Pfalz), Berlin, Hof (Bayern), oder Brühl (Nordrhein-Westfalen) gibt die Schau im NS-Dokumentationszentrum Topographie des Terrors einen Überblick über die Vernichtung jüdischen Lebens. Zu sehen sind von diesem Mittwoch an (bis 3. März 2019) auch bewegende Aufnahmen des Fotografen Roman Vishniac, der das osteuropäische Judentum in Osteuropa in den 30er Jahren porträtierte.

Mit dem Namen "Kristallnacht", der schon in der NS-Zeit verwendet wurde, wolle die Schau eine Diskussion über das Erinnern anstoßen, sagte Andreas Nachama, Direktor des Dokumentationszentrums, am Dienstag. Denn der bis heute benutzte Begriff "Novemberpogrome" sei irreführend. Das Wort Pogrome, das betonte auch Kurator Ulrich Baumann, beziehe sich historisch auf spontane Gewaltausbrüche in Osteuropa im 19. Jahrhundert. Die "Kristallnacht" sei dagegen von oben angeordnet und von den Nationalsozialisten als Ausdruck des "Volkszorns" nach dem Attentat auf einen deutschen Diplomaten in Paris durch einen Juden gezielt in Gang gesetzt und gesteuert worden.

Erst 1978 habe die Erinnerung an den Novemberterror in einer größeren Öffentlichkeit Anklang gefunden. "Die Zeit war dafür reif", sagte Baumann - auch durch die Ausstrahlung der US-Serie "Holocaust". In der DDR sei damals die Zahl der Gedenktage auch sprunghaft gestiegen. Mitinitiatorin der Ausstellung ist die Stiftung Mahnmal für die ermordeten Juden Europas.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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