Sie sind hier: Home > Regional >

Jugendamtsmitarbeiter veruntreut Geld

Trier  

Jugendamtsmitarbeiter veruntreut Geld

20.11.2018, 17:16 Uhr | dpa

Er erfand Pflegefamilien und zweigte letztlich einen Millionenbetrag aus dem Haushalt des Kreises Bitburg-Prüm für sich ab: Wegen Untreue im besonders schweren Fall ist ein Mitarbeiter des dortigen Jugendamtes nun angeklagt worden. Der 59-Jährige soll jahrelang und in hunderten Fällen Geld auf eigene Konten überwiesen haben, wie die Staatsanwaltschaft Trier am Dienstag mitteilte.

Der Mann war den Angaben zufolge schon seit 1996 im Jugendamt des Kreises Bitburg-Prüm tätig und dort für die Auszahlung des Geldes an Pflegefamilien von Jugendlichen verantwortlich. Zwischen 2005 und Sommer dieses Jahres überwies er in 481 Fällen insgesamt 1,53 Millionen Euro auf sein Konto. Die Anklage betrifft aber nur 238 Fälle aus den Jahren 2013 bis 2018 mit einer Schadenssumme von rund 700 000 Euro, da frühere Taten mit einem Schaden von etwa 830 000 Euro verjährt sind.

Nichtsdestotrotz will die Staatsanwaltschaft den gesamten dem Kreis entstandenen Millionenschaden zurückfordern. Ob dies auch so kommt und ob die Klage zugelassen wird, muss das Landgericht Trier entscheiden. Wann dort dann ein möglicher Prozess beginnt, ist noch unklar.

Die fingierten Pflegefamilien legte der Angeschuldigte laut Staatsanwaltschaft im EDV-System seiner Behörde an und hinterlegte dort die Nummer eines Kontos, das er nutzte. Das Konto hatte seine Stieftochter eröffnet, laut Anklage ohne dass sie von den Manipulationen des 59-Jährigen wusste. Die Zahlungsanordnungen legte der Jugendamtsmitarbeiter jeweils seinem Amtsleiter vor, der aber nichts bemerkte und sie abzeichnete.

Geld von dem Konto hob der Angeschuldigte stets nach kurzer Zeit in bar ab und zahlte zumindest einen Teil davon auf eigene Konten in Luxemburg ein. Der Mann sitzt bereits seit Ende Juli in Untersuchungshaft. Er muss laut Staatsanwaltschaft mit einer Freiheitsstrafe zwischen sechs Monaten und zehn Jahren rechnen.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail


shopping-portal