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Präses Rekowski kritisiert ungleiche Verteilung

Bad Neuenahr-Ahrweiler  

Präses Rekowski kritisiert ungleiche Verteilung

07.01.2019, 13:09 Uhr | dpa

Präses Rekowski kritisiert ungleiche Verteilung. Manfred Rekowski

Präses Manfred Rekowski spricht bei der Eröffnung der 71. Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland. Foto: Thomas Frey/Archiv (Quelle: dpa)

Angesichts der boomenden Wirtschaft fordert der evangelische Präses im Rheinland, Manfred Rekowski, mehr Anstrengungen, die Kluft zwischen Arm und Reich zu schließen. Die Arbeitslosenzahlen seien niedrig, die öffentlichen Kassen nähmen mehr ein als erwartet, dies spiegele aber die Lebensrealität vieler Menschen nicht wider, sagte Rekowski am Montag im rheinland-pfälzischen Bad Neuenahr vor der Synode der Evangelischen Kirche im Rheinland (Ekir).

Viele Menschen lebten nach wie vor von Hartz IV oder seien Aufstocker. Sie könnten nicht von dem Lohn ihrer Arbeit allein leben. "Ihre Zahl ist trotz der guten Konjunktur in den letzten Jahren kaum gesunken", sagte der leitende Geistliche. Viele Löhne seien in den letzten Jahren gestiegen, aber nicht die niedrigen Löhne.

Das Ekir-Gebiet reicht von Teilen der Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz bis ins Saarland und nach Hessen. Weit mehr als die Hälfte der Mitglieder lebt in NRW.

"Ein großer Prozentsatz der Kinder wächst in diesem reichen Land unter Hartz-IV-Bedingungen auf", mahnte Rekowski. Sehr vielen Menschen stehe täglich ihre fragile soziale Lage vor Augen. "Dies ist die Situation nach fast einem Jahrzehnt ungebrochenen Wirtschaftswachstums", kritisierte er.

Das Auseinanderdriften der sozialen Milieus bereite ihm große Sorge. "Es ist deshalb eine drängende sozialpolitische Herausforderung, den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft zu fördern", forderte er.

Mit Blick auf den auslaufenden Braunkohletagebau im Rheinischen Revier mahnte der Geistliche Hilfen für den Strukturwandel an. Erforderlich seien ein Zukunftsplan und verlässliche Perspektiven für Region und Betroffene. Von den 37 Kirchenkreisen der rheinischen Kirche liegen fünf im Braunkohlerevier. Dort leben mehr als 450 000 Protestanten.

Rekowski forderte eine schnelle Lösung für die auf dem Seenotrettungsschiff "Sea-Watch 3" im Mittelmeer festsitzenden 32 Flüchtlinge. Gebraucht werde eine kurzfristige humanitäre Lösung. Er dankte ausdrücklich allen, die sich in der Begleitung von Flüchtlingen für Kirchenasyl einsetzen.

Das Kirchenparlament tagt noch bis Freitag. Die 206 Synodalen debattieren unter anderem über unkonventionelle Gemeindeformen, den Haushaltsplan und über Anliegen der Kirchenjugend. Der Landessynode ging erstmals eine Jugendsynode voraus, deren Beschlüsse auch auf der großen Synode debattiert werden. Die Jugendlichen fordern unter anderem mehr Mitsprache in den Gremien.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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