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Dorf von Lawine bedroht: Skigebiet nicht mehr erreichbar

Schleching  

Dorf von Lawine bedroht: Skigebiet nicht mehr erreichbar

17.01.2019, 06:54 Uhr | dpa

Dorf von Lawine bedroht: Skigebiet nicht mehr erreichbar. Evakuierung Schleching Raiten

Die Behörden evakuieren den Landkreis Traunstein wegen akuter Lawinengefahr. Foto: Christoph Reichwein/Archiv (Quelle: dpa)

Lawinengefahr macht den Menschen in den Schneegebieten Oberbayerns weiter zu schaffen. Die 266 Einwohner des Schlechinger Ortsteils Raiten im Landkreis Traunstein können mindestens bis Freitag nicht in ihre Häuser zurück und müssen bei Familien und Freunden bleiben, wie das Landratsamt Traunstein am Donnerstag mitteilte. Eine Notunterkunft im Feuerwehrhaus im Nachbarort Unterwössen sei seit Mittwoch eingerichtet, bisher habe sie aber niemand genutzt.

Oberhalb von Raiten von der Südseite der knapp 1600 Meter hohen Hochplatte hat sich in den Schneemassen eine gefährliche Lage entwickelt. "Wenn sich das löst, könnte eine Staublawine mit bis zu 400 Stundenkilometern entstehen", sagte eine Sprecherin des Landratsamtes. Die Gefahr sei nicht gebannt.

Landwirte aus Raiten holten auf eigene Gefahr 80 Rinder, fünf Ziegen, ein Schaf, ein Pferd sowie einen Hasen aus der Gefahrenzone, da sie die Tiere nicht unversorgt lassen wollten. Sie starteten am frühen Donnerstagmorgen mit dem Viehtransporter - in dieser Zeit war laut Lawinenkommission die Lage am stabilsten.

Hubschrauberbesatzungen der Bundeswehr hatten aus der Luft beobachtet, dass sich der Schnee an dem Hang gesenkt hatte - akute Gefahr. Deshalb war der gesamte Ort am Mittwoch geräumt worden. Vor zehn Jahren war an der Stelle eine Lawine abgegangen, aber rund 150 Meter vor den Häusern zum Stehen gekommen. In Reit im Winkl und auf der darüber liegenden Winklmoosalm wurden auch Donnerstag noch Dächer freigeschaufelt.

Im Landkreis Traunstein gilt seit einer Woche der Katastrophenfall, ebenso in Teilen des Landkreises Berchtesgadener Land und im Landkreis Miesbach. Mehrere Straßen waren in den Gebieten weiter gesperrt. Teils mussten umgestürzte Bäume weggeräumt werden, teils herrschte Lawinengefahr.

Bei Bayrischzell im Landkreis Miesbach verschüttete eine Lawine die Zufahrt zum Skigebiet Sudelfeld. "Das Skigebiet ist nicht zugänglich", sagte eine Sprecherin des Bergbahnverbundes Alpen Plus, zu dem das Sudelfeld gehört. Erneut standen die Lifte still. Stunden zuvor war an der Straße vorsorglich eine Lawine gesprengt worden. Die Lifte waren am Mittwoch erstmals nach zweitägigem Stillstand wieder gefahren. "Wir hoffen, dass am Freitag das Sudelfeld wieder erreichbar ist, spätestens aber zum Wochenende."

Im Raum Berchtesgaden könnte der Katastrophenfall noch bis Samstag aufrecht erhalten bleiben. Dort hatten Tausende Helfer, darunter Soldaten der Bundeswehr, Kräfte des Technischen Hilfswerks und der Feuerwehr binnen einer Woche 1400 Dächer geräumt. Noch immer müssen sie auf 200 Dächern die gefährlich schweren Schneemassen wegschaufeln.

Die Lawinengefahr sinkt inzwischen. Es herrschte oberhalb der Waldgrenze erhebliche Gefahr mit der Warnstufe drei von fünf, unterhalb der Waldgrenze ging die Gefahr auf zwei zurück.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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