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Rote Karte und Pfiffe für Scheuer: Demo gegen Bahntrasse

Rosenheim  

Rote Karte und Pfiffe für Scheuer: Demo gegen Bahntrasse

21.01.2019, 13:17 Uhr | dpa

Mit lautstarkem Protest und symbolischen Roten Karten haben rund 3000 Demonstranten Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) in Rosenheim empfangen. Grund war ein Gespräch über die umstrittene neue Bahntrasse durchs Inntal. Mit rund 150 Traktoren und Trillerpfeifen zogen sie zum Landratsamt, wo Scheuer am Nachmittag hinter verschlossenen Türen mit mehr als 40 Bürgermeistern sowie Vertretern von 14 Bürgerinitiativen diskutierte.

Die Bürgerinitiativen fordern einen sofortigen Planungsstopp sowie den Ausbau und die Modernisierung der bestehenden Strecke. Scheuer sicherte den Demonstranten vor dem Gespräch zu, "dass wir die Untersuchung auf der Bestandsstrecke in die Erwägung miteinbeziehen." "Wir werden auch darüber reden, was die Kapazitätserweiterungen auf der Bestandsstrecke bedeuten." Dabei gehe es auch um Lärmschutz. Es müssten Lösungen diskutiert werden, "wie wir gemeinsam die erhöhte Verkehrsbelastung gerade im alpenquerenden Verkehr anpacken", sagte Scheuer. Dass so viele Menschen gekommen seien, beeindrucke ihn. "Ich werte das auch als großes Signal der Region."

Auch über die Kritik am Bürgerdialog, mit dem die Anwohner in die Planungen der Deutschen Bahn einbezogen werden sollten, soll gesprochen werden. "Ein Weiter-so wird es mit uns nicht geben", sagte der Redner der Bürgerinitiativen, Thomas Riedrich vom Brennerdialog Rosenheimer Land. Es entstehe der Eindruck, dass Mitarbeit gar nicht erwünscht sei - und "das Ergebnis sowieso schon feststeht." Für die Initiativen ist klar: "Wie können hier keinen Bedarf erkennen."

Die Rosenheimer Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig, die mit dem stellvertretenden Landrat Josef Huber (beide CSU) zu dem Gespräch eingeladen hatte, betonte, es sei zu klären, ob eine Neubaustrecke nötig sei oder ob eine Kapazitätserweiterung mit modernen Instrumenten - etwa dem europäischen Zugbeeinflussungssystem ETCS - ausreiche. "Das ist die zentrale Frage, die die Region beschäftigt."

Eine neue, zweigleisige Bahntrasse soll die Kapazitäten zum künftigen Brennerbasistunnel erhöhen, an dem in Österreich und Italien gebaut wird. Er soll die Brennerroute vom Lastwagenverkehr entlasten, wo der Verkehr weiter zunimmt. Durch den Tunnel unter dem Alpenhauptkamm sollen etwa ab 2027 täglich bis zu 400 Züge fahren. Auf der deutschen Seite fahren derzeit knapp 200 Züge. Mit den neuen Gleisen sollen auch hier doppelt so viele möglich sein. Allerdings könnte die neue Trasse nach Schätzungen erst 2038 fertig sein. Experten gehen davon aus, dass mit einem Bau erst in zehn Jahren begonnen werden könnte.

Die Anwohner fürchten vor allem mit der Neubaustrecke noch mehr Verkehr und Lärm vor ihrer Haustüre. "Es geht um die Kapazitäten, die man für kommende Generationen braucht", hielt ein Sprecher der Bahn dagegen. Die Strecke sei Teil des Skandinavien-Mittelmeer-Korridors.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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