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Lebenslang und Freispruch nach Bluttat gefordert

Hanau  

Lebenslang und Freispruch nach Bluttat gefordert

29.01.2019, 02:22 Uhr | dpa

Lebenslang und Freispruch nach Bluttat gefordert. Justizbehörden in Hanau

Mann getötet und zersägt: Prozess wird fortgesetzt. Foto: Arne Dedert (Quelle: dpa)

Im Fall eines in Steinau an der Straße getöteten und zersägten Mannes geht die Staatsanwaltschaft von einem "grausamen und bestialischen" Mord aus. Deswegen soll die angeklagte Partnerin des Opfers zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt werden, wie der Anklagevertreter am Dienstag vor dem Landgericht Hanau forderte. Die Verteidigung plädierte dagegen auf Freispruch, weil die 35-Jährige demnach aus Notwehr handelte.

Die Angeklagte soll im Juni 2018 in der gemeinsamen Wohnung in Steinau (Main-Kinzig-Kreis) ihren Lebensgefährten mit 31 Messerstichen getötet und danach seine Leiche in sechs Teile zersägt haben. Die Frau hatte zu Beginn des Prozesses im Dezember die Tötung eingeräumt. Sie will aber aus höchster Not heraus gehandelt haben: Ihr Partner sei nach dem Konsum eines Krauts zur Potenzsteigerung plötzlich nicht mehr er selbst gewesen, habe sie angegriffen und heftig gewürgt. Mehrere Tage nach der Tat informierte sie die Polizei, die die Leichenteile in Müllsäcken im Badezimmer fand.

Die Version der Angeklagten war aus Sicht der Staatsanwaltschaft erfunden und das "Lügenkonstrukt in der Hauptverhandlung komplett in sich zusammengefallen". Der Anklagevertreter ging davon aus, dass die 35-Jährige die Tat lange geplant hatte und verwies auf Suchanfragen im Internet unter anderem zu giftigen Lebensmitteln, Tötungsarten oder Gefriertruhen. Auch die sichergestellten Spuren deckten sich nicht mit der Notwehr-Version. Makabres Detail: Die Frau habe sich nach der Tat auch noch die Lebensdaten ihres Partners eintätowieren lassen.

Der Oberstaatsanwalt ging mit dem Verweis auf entsprechende Aussagen einer Gutachterin davon aus, dass die 35-Jährige ihren Partner attackierte, als dieser schlief. Deswegen hielt die Anklage nicht mehr am Vorwurf des Totschlags fest, sondern ging von einem heimtückischen Mord aus. Der 47-Jährige, der Horrorstreifen geliebt habe, sei "tragischer Hauptdarsteller seines eigenen Horrorfilms" geworden. Das Motiv für die Tat müsse dabei unklar bleiben.

Die Verteidigung befand dagegen, dass die Aussagen der Angeklagten im Verlauf des Prozesses nicht widerlegt werden konnten. Die Spuren stützten sehr wohl ihre Schilderung, von dem Opfer angegriffen worden zu sein. Zum Beispiel seien keine Blutspritzer an der Wand des Bettes gefunden worden. Und warum hätte sie ihren Partner auch loswerden wollen? Die 35-Jährige sei "nicht auf der Sonnenseite des Lebens groß geworden". Die Frau hat mehrere gescheiterte Beziehungen hinter sich und sieben Kinder, die alle in staatlicher Obhut leben. Die Beziehung zu dem 47-Jährigen möge nicht ohne Probleme gewesen sein, meinte der Verteidiger. Aber: "Erstmals in ihrem Leben ging es ihr gut."

Sollte das Gericht keine Notwehr annehmen, plädierte der Rechtsanwalt darauf, dass die Frau wegen einer Borderline-Störung als nur vermindert schuldfähig gelten und zu maximal sechs Jahren Haft verurteilt werden soll. Das Gericht will am 31. Januar seine Entscheidung verkünden.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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