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Mit Fangnetz und Störsignalen auf Drohnenjagd

Manching  

Mit Fangnetz und Störsignalen auf Drohnenjagd

06.02.2019, 14:15 Uhr | dpa

Mit Fangnetz und Störsignalen auf Drohnenjagd. Jagddrohne wirft über einer anderen Drohne ein Netz ab

Eine Jagddrohne wirft bei einem Präsentationstag der Bundeswehr über einer anderen Drohne ein Netz ab. Foto: Matthias Balk (Quelle: dpa)

Die Drohne ist nur ein kleiner Punkt am Winterhimmel über dem Flugplatz Manching bei Ingolstadt. "Aber sie könnte ein Flugzeug zum Absturz bringen", sagt Bundeswehr-Experte Peter Pörsch. Auf den Bildschirmen der Fluglotsen leuchtet ein Alarmsignal auf. Der im wilden Zickzack fliegende Eindringling wird erfasst, eine Abfangdrohne heftet sich an seine Spur und schießt ihn mit einem Fangnetz vom Himmel.

Zwei Monate nach der Blockade des Flughafens London-Gatwick durch Drohnen hat die Deutsche Flugsicherung (DSF) mit der Bundeswehr dieses neue Verfahren zur Drohnenabwehr getestet. Nach erfolgreichen Praxistests bei laufendem Flugbetrieb führten sie am Mittwoch Branchenexperten vor, wie das Ganze funktioniert.

Das Thema brennt ihnen auf den Nägeln. In London-Gatwick waren vor Weihnachten 1000 Flüge mit 140 000 Passagieren ausgefallen, weil Drohnen wiederholt gesichtet und den Flugverkehr fast drei Tage lang lahmgelegt hatten. Auch in Deutschland melden Piloten immer häufiger Zwischenfälle mit Drohnen - im vergangenen Jahr 158 Mal, wie Thilo Vogt von der Deutschen Flugsicherung sagt. Am Kölner Flughafen gab es im April eine kurze Zwangspause, in der Schweiz kollidierte eine Drohne nahe dem Flughafen Locarno mit einem Hubschrauber.

Heute schon schwirren fast eine Million Drohnen im deutschen Luftraum herum. Laut Gesetz müssen sie eigentlich die Umgebung etwa von Flughäfen, Menschenansammlungen oder Wohngebiete meiden. Aber gedankenlose Hobbyflieger oder auch mutwillige Angreifer sorgen immer wieder für Zwischenfälle. "Für unsere Radarsysteme sind Drohnen bisher unsichtbar", sagt Vogt. Eine Registrierung und elektronische Erkennbarkeit aller Drohnen sei überfällig.

Zum Beispiel könnten sie mit einer SIM-Karte ausgestattet werden und über das Mobilfunknetz ein Signal aussenden, sodass sie für die Flugsicherung und andere Behörden erkennbar sind. Mit der Deutschen Telekom hat die DFS eine solche Lösung schon ausgearbeitet. Damit können zum Beispiel Drohnen von Energieversorgern oder der Deutschen Bahn, die Stromleitungen und Gleise kontrollieren, leicht erkannt und als harmlos abgehakt werden.

Mit dem Rüstungskonzern Rheinmetall hat die Flugsicherung jetzt auch eine Lösung gefunden, um versteckt fliegende Drohnen zu entdecken und notfalls vom Himmel zu holen. Mit Infrarot, Laser und elektro-optischen Sensoren "können wir die Drohne entdecken und sogar erkennen, was sie transportiert", sagt Rheinmetall-Experte Matthias Diehm. Erstmals werden alle Systeme in einem Lagebild zusammengeführt, "das ist der große Durchbruch hier".

Auch ein ganzer Schwarm von Drohnen werde erkannt und die Bewegung jeder einzelnen verfolgt. Um sie vom Himmel zu holen, können auch Störsignale eingesetzt werden, die die Fernsteuerung der Drohnen aushebeln. "Wir gaukeln ihnen eine falsche Position vor, indem wir Satellitendaten verfälschen", sagt Bundeswehr-Experte Pörsch. "Oder wir lassen sie glauben, sie sei am Boden - dann schaltet sie ihre Rotoren aus und stürzt aus 50 Meter Höhe ab."

Andere experimentieren mit Laserwaffen, mit Schrot oder mit Adlern, die eine Drohne wie einen Beutevogel greifen sollen. Brasilien setzte zum Schutz seiner Stadien bei den Olympischen Spielen 2016 und der Fußball-WM 2014 auf den deutschen Flakkanonen-Panzer Gepard. In Gatwick wurde ein Abschuss der Dohnen auch erwogen - aber die Gefahr durch fehlgeleitete Geschosse wäre zu groß gewesen, hatte der britische Verkehrsminister Chris Grayling nach dem Desaster erklärt.

Die Amerikaner seien beim Drohnenschutz schon weiter, sagt Pörsch. "Die Engländer sind jetzt dabei, Systeme aufzubauen", sagt Aaronia-Vorstandschef Thorsten Chmielus, dessen Firma das Projekt mit der Deutschen Flugsicherung und Rheinmetall mit aufgebaut und in Manching vorgeführt hat. Am Flughafen Muskat im Oman habe Aaronia gerade ein System installiert. In Deutschland sei seines Wissens noch nichts unterwegs.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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