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Präsentation zeigt Funde aus der "Republik Freies Wendland"

Gorleben  

Präsentation zeigt Funde aus der "Republik Freies Wendland"

22.02.2019, 14:52 Uhr | dpa

Bei wissenschaftlichen Ausgrabungen in der 1980 eingeebneten "Republik Freies Wendland" gemachte Funde sind im Landkreis Lüchow-Dannenberg gezeigt worden. Die Gegenstände aus dem von Atomkraftgegnern errichteten Protestcamp mit bis zu 120 Hütten wurden am Freitag in Platenlaase präsentiert. Der Ortsteil von Jameln liegt nur einige Kilometer vom Ort der Grabungen entfernt, die der Hamburger Archäologe Attila Dézsi mit einigen Helfern 2017 und 2018 durchgeführt hatte.

"Wir haben auch eine vollständige Hütte freigelegt und dokumentiert", sagte Dézsi am Freitag. "Darunter sind viele Alltags-Gegenstände der Bewohner." So wurden Matratzen, Kerzen, noch im Regal liegende Spielkarten und eine Whiskyflasche entdeckt. Auch ein Exemplar der 1980 noch jungen Satire-Zeitschrift "Titanic" war dabei. Die Polizei hinterließ ebenfalls archäologische Spuren. "Wir haben Kabelbinder, Versorgungsrationen und Cola-Dosen gefunden, die sich der Polizei zuordnen lassen", berichtete der 31-Jährige. Er hatte das Projekt 2016 im Rahmen seiner Doktorarbeit in Angriff genommen und bekam dafür ein dreijähriges Promotionsstipendium der Universität Hamburg.

"Das ist ein wichtiger Ort der Demokratie-Geschichte der Bundesrepublik, für mich ein kulturelles Erbe", sagte Dézsi. Er freue sich besonders über Besucher, die als Zeitzeugen damals dabei waren.

Die Bewohner des Camps waren nicht freiwillig gegangen. Sie hatten 1980 das Dorf bei Gorleben errichtet und am 3. Mai eine eigene Republik ausgerufen. Ein Lager für hoch radioaktiven Atommüll sollte geschaffen werden, das stieß auf erbitterten Widerstand. Noch heute gilt Gorleben als Symbolort der Anti-Atom-Bewegung. "Die Geschichte des Ortes ist noch nicht vorbei", betonte Dézsi. Am 4. Juni 1980 wurde das Camp an Bohrloch 1004 geräumt, es war einer der größten Polizeieinsätze der Nachkriegszeit.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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