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Urteil gegen Lübecker Busattentäter erwartet

Lübeck  

Urteil gegen Lübecker Busattentäter erwartet

06.03.2019, 08:20 Uhr | dpa

Urteil gegen Lübecker Busattentäter erwartet. Angeklagter im Gerichtssaal

Der Angeklagte sitzt im Gerichtssaal. Foto: Carsten Rehder/Archiv (Quelle: dpa)

Seit knapp zwei Monaten muss sich ein 34 Jahre alter Mann wegen 48-fachen versuchten Mordes in Lübeck vor Gericht verantworten. Der psychisch kranke Mann hatte am 20. Juli 2018 in einem voll besetzten Linienbus Feuer gelegt und zwölf Fahrgäste mit einem Messer zum Teil schwer verletzt. Im Prozess gestand der Mann die Tat und bat die Opfer um Verzeihung. Er habe sich gegen Unbekannte wehren wollen, die ihn seit Monaten mit Laserstrahlen traktiert hätten, sagte er zur Begründung. Am Freitag wollen die Richter das Urteil verkünden.

Nach Aussage einer psychiatrischen Sachverständigen leidet der Beschuldigte an paranoider Schizophrenie. Er ist deshalb nicht schuldfähig und kann im juristischen Sinne nicht für seine Tat zur Verantwortung gezogen werden. Staatsanwaltschaft und Verteidigung haben deshalb beantragt, den aus dem Iran stammenden 34-Jährigen in die forensische Psychiatrie einzuweisen.

Der 20. Juli 2018 war ein heißer Sommertag. Dennoch trug der Beschuldigte eine dicke Winterjacke und eine Schutzbrille, als er gegen 13.40 Uhr am Bahnhaltepunkt Lübeck-Kücknitz in einen Bus der Linie 30 stieg. Der Mann sei ihnen irgendwie seltsam vorgekommen, sagten später mehrere Zeugen vor Gericht.

Auf den Videoaufnahmen der Überwachungskameras ist zu sehen, wie der Beschuldigte mit anderen Fahrgästen in den Bus steigt, ein Ticket löst und in den hinteren Teil des Gelenkbusses durchgeht. Kurz darauf ist Rauch zu sehen, eine Frau läuft zum Fahrer, ruft: "Da hinten ist ein Psycho." Auf anderen Aufnahmen ist der 34-Jährige zu sehen, wie er seinen brennenden Rucksack in die Mitte des Fahrzeuges wirft und mit einem Messer wahllos auf Fahrgäste losgeht.

"Ich spürte einen Schlag im Nacken und dachte zunächst an einen Schabernack", sagte eines der Opfer, eine 47 Jahre alte Krankenschwester aus Potsdam, vor Gericht. "Doch als ich sah, wie der Mann auf andere Fahrgäste losging, wurde mir klar, dass das ein Anschlag war", sagte die Zeugin.

Der Busfahrer habe dann die Türen geöffnet und sie sei mit ihrer Tochter weggerannt. "Ich hatte Angst, dass der Täter draußen jeden einzelnen Fahrgast abstechen würde", sagte die Zeugin. Schließlich war es einigen Fahrgästen gelungen, den Attentäter zu überwältigen und ihn der Polizei zu übergeben.

Die Tat hatte in ganz Norddeutschland Entsetzen ausgelöst. Wegen der iranischen Herkunft des Täters und seiner Vorgehensweise hatten die Ermittler zunächst einen politischen oder religiösen Hintergrund des Anschlags vermutet. Bei seinen Vernehmungen wurde jedoch schnell klar, dass der Mann psychisch krank ist.

In seinem Schlusswort bat der Beschuldigte seine Opfer noch einmal um Verzeihung. "Ich möchte mich für die Tat entschuldigen und ich hoffe, dass die Geschädigten alle ganz gesund werden", sagte er.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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