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Täter-Opfer-Ausgleich seltener: Linke fordert mehr Anreize

Schwerin  

Täter-Opfer-Ausgleich seltener: Linke fordert mehr Anreize

11.03.2019, 11:18 Uhr | dpa

Täter und Opfer sitzen an einem Tisch, sprechen über den Fall und vereinbaren eine Wiedergutmachung - das ist der Täter-Opfer-Ausgleich. In Mecklenburg-Vorpommern kommt es immer seltener dazu, wie aus der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linken im Landtag hervorgeht. Im vergangenen Jahr gab es bei erwachsenen Tätern 46 Verfahren zum Täter-Opfer-Ausgleich, 38 davon erfolgreich. Fünf Jahre davor waren es 224 Verfahren gewesen, wovon 103 erfolgreich waren.

Die Justizpolitikerin der Linksfraktion, Jacqueline Bernhardt, nannte den Rückgang bedauerlich, denn der Täter-Opfer-Ausgleich trage erheblich zum Rechtsfrieden in der Bevölkerung bei. Sie forderte mehr Anreize für die Verteidiger, einen solchen Ausgleich zu versuchen. Staatsanwälte müssten angehalten werden, intensiver darauf hinzuarbeiten. Sie warf der Landesregierung vor, die Hände in den Schoß zu legen. "Die Richtlinie zur Förderung des Täter-Opfer-Ausgleichs im allgemeinen Strafrecht muss überarbeitet und es muss geprüft werden, welche Maßnahmen sonst noch zur Verbesserung der Situation in Betracht kommen", verlangte Bernhardt.

Nach Angaben der Landesregierung gibt es viele Gründe, weshalb der Täter-Opfer-Ausgleich in den Hintergrund gerückt ist. Seit Jahren gehe die Zahl der Ermittlungsverfahren zurück, die sich dafür eignen, heißt es in der Antwort. So nehme die Zahl von Straftaten über das Internet zu. Dadurch seien die Beteiligten oft räumlich weit voneinander entfernt, was einem Täter-Opfer-Ausgleich entgegenstehe. Viele Straftaten, wie illegale Einreise oder viele Betäubungsmitteldelikte, hätten auch gar keine Person als Opfer. Mitunter seien die Entschädigungserwartungen von Opfern an die Täter auch überzogen.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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