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Ehrlich-Preis für Protein-Forscher: Lob des Zweifels

Frankfurt am Main  

Ehrlich-Preis für Protein-Forscher: Lob des Zweifels

14.03.2019, 01:17 Uhr | dpa

Ehrlich-Preis für Protein-Forscher: Lob des Zweifels. Prof. Franz-Ulrich Hartl

Der deutsche Zellbiologe Franz-Ulrich Hartl. Foto: MPI / Axel Griesch/Archiv (Quelle: dpa)

Zwei Protein-Forscher sind mit einem der wichtigsten Preise für medizinische Grundlagenforschung ausgezeichnet worden: Der Deutsche Franz-Ulrich Hartl (62) und der US-Amerikaner Arthur L. Horwich (68) nahmen am Donnerstag in der Frankfurter Paulskirche den mit 120 000 Euro dotierten Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Preis entgegen.

Hartl ist Direktor am Max-Planck-Institut für Biochemie in München, Horwich forscht an der Yale School of Medicine in den USA. Geehrt wurden sie für ihre grundlegenden Arbeiten zur Proteinfaltung. Falsch gefaltete oder verklumpte Proteine sind ein wichtiges Merkmal vieler neurodegenerativer Erkrankungen, etwa Alzheimer oder Parkinson.

Lange Zeit galt als sicher, dass die korrekte Proteinfaltung allein über die Abfolge der Bausteine zustande kommt. Hartl und Horwich haben schon vor Jahren gezeigt, dass die Proteine dabei Hilfe brauchen. Diese erhalten sie in Form kleiner Faltungsmaschinen, sogenannter Chaperone. Von ihnen erhoffen sich Forscher in Zukunft neue Ansätze für die Behandlung dieser Krankheiten.

Hartl und Horwich hätten "das notwendige Wissen, die geistige Vorstellungskraft und die intellektuelle Freiheit besessen, das Problem der Proteinfaltung jenseits des damals gültigen Dogmas radikal neu zu denken", sagte der Vorsitzende des Stiftungsrates, Prof. Thomas Boehm. Die Preisträger hätten bewiesen, "zu welchen Entdeckungen undogmatisches Denken und produktiver Zweifel führen kann". Während die meisten Forscher dazu neigen würden, unerwartete Informationen zu ignorieren, böten sie den Neugierigen große Chancen, ergänzte Prof. Peter Walter aus San Francisco in der Laudatio.

Der mit 60 000 Euro dotierte Nachwuchspreis geht ebenfalls nach München. Ausgezeichnet wurde Dorothee Dormann (42) vom Biomedizinischen Centrum der Ludwig-Maximilians-Universität München. Sie erforscht die Muskelkrankheit ALS und eine Form der Demenz. Typisch für die sehr unterschiedlichen Krankheiten sind Protein- Ablagerungen, die die Zelle schädigen.

Der Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Preis wird seit 1952 verliehen. Bisher wurden 127 Wissenschaftler ausgezeichnet, 23 wurden auch mit dem Nobelpreis geehrt. Die Paul Ehrlich-Stiftung ist eine Einrichtung einer Vereinigung von Förderern der Goethe-Universität Frankfurt. Die Ehrung wird traditionell am Geburtstag des Namensgebers Paul Ehrlich (1854-1915) überreicht.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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