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Rekordbilanz im Tourismus zu Lasten der Beschäftigten

Neubrandenburg  

Rekordbilanz im Tourismus zu Lasten der Beschäftigten

14.03.2019, 11:34 Uhr | dpa

Die Rekordbilanz im Tourismus Mecklenburg-Vorpommerns ist nach Einschätzung der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) teuer zu Lasten der Beschäftigten erkauft. Im Gastgewerbe fehlen zunehmend Fachkräfte. Den Hauptgrund sieht der NGG-Geschäftsführer im Land, Jörg Dahms, in immer extremeren Arbeitszeiten. Das Arbeiten am Abend oder am Sonntag gehöre für Hotelfachleute und Kellner zwar fest zum Job. "Aber in den vergangenen Jahren sind die Schichten deutlich länger und die Erholungszeiten kürzer geworden. Das macht nicht jeder ewig mit", sagte Dahms am Donnerstag. Die Tourismusbranche in MV stellte 2018 mit 30,9 Millionen Übernachtungen einen Rekord auf.

Dahms kritisierte besonders die im Land mögliche Ausnahme vom Arbeitszeitgesetz. Danach sind Zwölf-Stunden-Tage in Unternehmen mit Saisonbetrieb erlaubt. Die Kriterien seien in diesem Jahr gelockert worden, so dass auch Hotels und Gaststätten davon Gebrauch machten, die keine Saisonbetriebe sind. "Aber wer die Arbeitszeit immer weiter nach oben schraubt, der spielt mit der Gesundheit der Beschäftigten", warnte Dahms. Nicht umsonst schreibe das Arbeitszeitgesetz eine Regelarbeitszeit von acht Stunden, in Ausnahmefällen von zehn Stunden vor. Nach einer Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin steige das Unfallrisiko nach der achten Stunde exponentiell an. Wer oft im Schichtdienst arbeite, habe ein erhöhtes Risiko, am Herzen oder an Diabetes zu erkranken.

Weiter wies Dahms darauf hin, dass ungewöhnliche Arbeitszeiten auch viele andere Wirtschaftsbereiche beträfen. Bundesweit arbeite jeder vierte Beschäftigte regelmäßig am Wochenende. In der Hotellerie und Gastronomie liege die Quote bei 86 Prozent. Hinzu komme die Arbeit auf Abruf, von der im Gastgewerbe jeder Vierte betroffen ist. "Wenn der Chef per WhatsApp in letzter Sekunde die Dienste verteilt, dann können Beschäftigte ihren Alltag kaum planen", monierte Dahms. Statt längere Arbeitszeiten zu fordern, sollten Hoteliers und Gastronomen die Branche attraktiver machen. Das fange bei einer guten Ausbildungsqualität an und reiche bis zur Bezahlung nach Tarif.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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