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Prozess gegen Ali B. hinter verschlossenen Türen

Mainz  

Prozess gegen Ali B. hinter verschlossenen Türen

19.03.2019, 10:48 Uhr | dpa

Prozess gegen Ali B. hinter verschlossenen Türen. Richterhammer

Ein hölzerner Hammer liegt auf der Richterbank in einem Verhandlungssaal des Landgerichts. Foto: Uli Deck/Archiv (Quelle: dpa)

Der Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder der Mainzer Schülerin Susanna wegen der Vergewaltigung einer Elfjährigen findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Ali B. muss sich in dem Verfahren vor dem Landgericht Wiesbaden zusammen mit einem mindestens 14-jährigen Jungen verantworten. Die Vorsitzende Richterin Annette Honnef begründete den Ausschluss am Dienstag mit dem jugendlichen Alter des Angeklagten und des Mädchens. Es gelte in beiden Fällen eine besondere Schutzpflicht.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 22-jährigen Ali B. vor, das elf Jahre alte Mädchen Ende April 2018 in sein Zimmer in einer Wiesbadener Asylunterkunft gelockt und dort zum Sex gezwungen zu haben. Etwa einen Monat später sollen der irakische Flüchtling und der Mitangeklagte das Mädchen nacheinander in der Nähe eines Supermarkt-Parkplatzes vergewaltigt haben.

Laut Staatsanwaltschaft soll der mitangeklagte Afghane die Elfjährige ein weiteres Mal im April oder Mai in einem Wald sexuell missbraucht haben. Bei diesem Übergriff sei auch ein Bruder von Ali B. dabei gewesen, der jedoch noch strafunmündig ist. Er soll das Mädchen ebenfalls vergewaltigt haben.

Das wirkliche Alter des Afghanen werde in dem Verfahren noch eine Rolle spielen, sagte die Nebenklageanwältin Barbara Sauer-Kopic. Ein Gutachten sei dafür eingeholt worden. Es besage, dass der Mitangeklagte mindestens 14 Jahre alt ist. Von der Einschätzung hänge ab, ob er überhaupt strafmündig war, erklärte die Anwältin.

Der Afghane war zum Prozess in weinrotem Hemd und grauer Hose erschienen. Zum Schutz vor den Fotografen und Kamerateams hielt er sich einen zusammengeheftet Stapel Papier vor das Gesicht. Mit Ali B., der eine Reihe vor ihm auf der Anklagebank saß, gab es keinen Blickkontakt. Der 22-Jährige, mit dunkelgrauem T-Shirt über einen blau-grauen Pullover bekleidet, hatte den Kopf auf seine Arme gelegt, um sein Gesicht zu verdecken.

Nach der Verhandlung sagte der Verteidiger des Afghanen, Michael Harschneck, Ali B. habe sich zur Person geäußert, der Mitangeklagte habe keine Aussage gemacht. Dabei werde es auch bleiben. Die Verteidigung habe Dokumente vorgelegt, aus denen sich ergebe, dass der Angeklagte zum Tatzeitpunkt noch keine 14 Jahre alt war. Das sei bislang nicht berücksichtigt worden. Sein Mandant sei seit Ende 2015 oder Anfang 2016 in Deutschland. Er kenne Ali B. aus dem Flüchtlingsheim. Die beiden stünden in keinem Verhältnis zueinander.

In dem zweiten Verfahren gegen Ali B. wegen Mordes an der 14 Jahre alten Schülerin Susanna aus Mainz war es der jetzt mit ihm angeklagte Afghane, der den Polizisten den entscheidenden Hinweis auf den 22-Jährigen gab. Der 14-Jährige hatte sich bei der Polizei gemeldet und ausgesagt, dass Ali B. ihm von der Tat erzählt habe. Auch das sei ein Grund, das Verfahren unter Ausschluss der Öffentlichkeit fortzuführen, erklärte die Vorsitzende Richterin.

Ali B. hatte zum Auftakt des Mordprozesses gestanden, Susanna im Mai 2018 in Wiesbaden-Erbenheim getötet zu haben. Den weiteren Vorwurf der Vergewaltigung bestreitet der 22-Jährige. Der irakische Flüchtling war kurz nach der Tat mit seinen Eltern und Geschwistern in den kurdisch kontrollierten Nordirak ausgereist. Die kurdischen Sicherheitsbehörden nahmen ihn dort fest und übergaben ihn der Bundespolizei.

Die Leiche von Susanna war schließlich nach einer großen Suche am 6. Juni 2018 in einem kleinen Wald in Wiesbaden-Erbenheim gefunden worden. Ali B. hatte vor Gericht gestanden, das Mädchen nach einem Streit umgebracht und ihre Leiche vergraben zu haben. Davor habe er einvernehmlichen Sex mit Susanna gehabt.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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